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Reisebericht
Seoul -
Taiwan -
Hongkong
Arbeitstitel:
"Wie
das Leben
so spielt"
oder "Wenn
einer eine
Reise tut..."
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Seoul
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Eigentlich
hatte ich
mir alles
sooo schön
vorgestellt,
als am Freitag,
dem 23.06.2000
fast pünktlich
um 14.00
Uhr Feierabend
war und
ich langsam
in Urlaubsstimmung
geriet.
Am Tag darauf
sollte es
zusammen
mit Margaritha,
einer Kollegin,
via Seoul
nach Taiwan
und zurück
über
Hongkong
gehen. In
Seoul und
Taiwan hat
jeweils
einer von
uns beiden
eine Anlaufstelle,
so daß
wir in Seoul
bei meiner
Freundin
Caren und
in Taiwan
bei Margarithas
Bekanntem
Chris Unterschlupf
finden würden.
Der Flug
hatte sich
in letzter
Minute noch
verschoben,
so daß
wir sogar
noch früher
losfliegen
konnten
und noch
etwas mehr
vom Urlaub
habenwürden.
Eine Woche
lang Urlaub,
Abenteuer,
Erlebnisse.
Von den
beiden letzteren
Vorkommnissen
gab es dann
letztendlich
mehr als
von der
zu dem ersteren
passenden
Stimmung...
Angefangen
hatte es
damit, daß
ich statt
gemütlich
den Koffer
zu packen,
am Freitag
Abend gegen
18.00 Uhr
nochmal
in die Botschaft
fahren mußte,
weil der
Visaserver
kaputt gegangen
war und
ich dabei
helfen sollte,
ihn unter
Anleitung
von Spezialisten
in Deutschland
wieder zum
Laufen zu
kriegen.
Aber da
hatte ich
noch das
gute Gefühl,
daß
der Urlaub
danach nicht
mehr aufzuhalten
sei.
Am
Samstag
Morgen regnete
es in Strömen,
als Beate
Margaritha
und mich
zum Flughafen
fuhr. Was
waren wir
dankbar
dafür,
nicht im
Platzregen
mit dem
Taxi zum
Flughafen
zu müssen!
Der Abflug
nach Seoul
verlief
reibungslos
und schon
bald saßen
wir im Flugzeug
nach Korea
und wunderten
uns, daß
die Koreaner
entweder
keine besonders
hellen Köpfe
oder aber
absolut
keine Vielflieger
sind, da
ihnen die
Bedienung
der Bordtoilette
erhebliche
Schwierigkeiten
verursachte.
Zuerst hatten
sie ihre
liebe Mühe,
der Tür
den Trick
zu entlocken,
wie man
sie öffnet
und sobald
sie dann
einmal drin
waren, hatten
sie den
Trick bereits
wieder vergessen
und rüttelten
so verzweifelt
von innen
an der Tür,
daß
man Angst
hatte, die
Tür
würde
es nicht
überleben.
Von 10 Klobenutzern
waren höchstens
zwei dieser
Technik
gewachsen
und da wir
den "Logenplatz"
direkt vor
dem Örtchen
hatten,
amüsierten
wir uns
prächtig.
Natürlich
gab es auch
nach Start
und vor
Landung
die üblichen
"Runs"
auf das
dann gar
nicht mehr
so stille
Örtchen
und zahlreiche
Koreanerfüße,
Mundgerüche
und Geschnatter
überrollten
uns in der
ersten Reihe,
aber wir
ertrugen
das alles
mit der
stoischen
Gewißheit,
uns wie
"zu
Hause in
Peking"
zu fühlen.
Nachdem
wir nach
110 minütigem
Flug in
Seoul gelandet
waren, mußten
wir feststellen,
daß
Caren uns
nicht am
Flughafen
abholte,
wie ich
eigentlich
glaubte,
daß
es ausgemacht
gewesen
sei. Aber
da ich die
Mail der
geänderten
Abflugszeit
in letzter
Minute abgeschickt
hatte, dachte
ich, sie
hätte
nicht mehr
genug Zeit
gehabt,
uns Bescheid
zu sagen,
daß
sie nicht
früher
kommen könnte.
Da ich vor
etwas über
einem Jahr
bereits
schon einmal
in Seoul
gewesen
war, war
es auch
kein verlustbringender
Beinbruch,
sich selbständig
auf den
Weg Richtung
Carens Wohnung
zu machen.
Ich tauschte
Geld, erkundigte
mich nach
dem Shuttlebus
zum Hyatt
Hotel und
kurze Zeit
später
saßen
wir im Bus.
Vom Hyatt
aus ist
es nicht
mehr weit
bis zu Carens
Wohnstätte
und nachdem
ich einmal
da war,
konnte ich
aus meiner
Erinnerung
die richtige
Laufrichtung
heraufbeschwören.
So
standen
wir ca.
2 Minuten
später
auf dem
Parkplatz,
der vor
Carens Wohnblock
liegt und
hier verließ
mich meine
genaue Ortskenntnis.
Die Häuser
der Häuserreihe
sehen alle
gleich aus
und ich
wußte
nicht mehr,
welche Hausnummer
die von
Caren ist.
Ich ging
in das erstbeste
hinein,
von dem
ich (wie
sich später
herausstellte
richtigerweise)
annahm,
daß
Caren dort
wohnt und
inspizierte
die Wohnungstüren,
als ein
Franzose
mir im Treppenhaus
entgegenkam.
Wir fragten
ihn, ob
eine junge
Deutsche
in diesem
Haus wohne,
was er mit
"Nein,
eine Schwedin."
beantwortete.
Er war sehr
bemüht
uns zu helfen,
doch wie
sich später
herausstellen
sollte,
war die
"Schwedin"
die von
uns gesuchte
Caren, zugegebenermaßen
blond.
Es
half alles
nichts,
weder Caren
noch ihre
Wohnung
konnten
wir allein
ausmachen
und so nahmen
wir also
langsam
an, daß
sie auf
dem Weg
zum Flughafen
war, um
uns abzuholen,
da sie anscheinend
meine Mail
nicht mehr
erhalten
hatte. Wir
setzten
uns also
auf die
Türschwelle
und statt
uns wie
geplant
am Samstag
nachmittag
Seoul anzusehen,
hockten
wir dort
bis abends
gegen 17.00
Uhr, als
Caren vom
Flughafen
zurück
kam. Am
nächsten
Morgen mußten
wir früh
raus, um
unseren
Weiterflug
nach Taiwan
zu erwischen.
Da ich Caren
nur diesen
einen Tag
sehen würde,
quatschten
wir beide
noch bis
tief in
die Nacht
hinein.
Am nächsten
Morgen,
als um halb
sieben der
Wecker klingelte,
war ich
entsprechend
gerädert
und die
zweite Nacht
mit wenig
Schlaf (in
der Nacht
vor Abreise
in Peking
hatte ich
sehr schlecht
geschlafen)
zauberte
mir ein
saftiges
Schädelbrummen
ins Haupt.
Wir
fuhren wieder
den bekannten
Weg zum
Flughafen
mit dem
Shuttlebus
und checkten
ohne Probleme
ein für
den Flug
nach Taipeh.
Nach 2.50
Stunden
erreichten
wir Taipeh
und gingen
zielstrebig
Richtung
Immigrations
Schalter.
Wir hatten
uns vor
Abreise
bei Kollegen,
die schon
einmal nach
Taiwan geflogen
sind erkundigt,
ob ein Visum
für
Taiwan nötig
sei und
hatten die
Antwort
bekommen,
nein, Deutsche
brauchen
kein Visum,
aber man
solle auf
jeden Fall
mit dem
normalen
Reisepaß
einreisen
und nicht
mit dem
Diplomatenpaß,
da bei letzterem
Schwierigkeiten
bei der
Wiedereinreise
nach Peking
entstehen
könnten.
Taiwan und
VR China
sind ja
bekanntermaßen
nicht gerade
die dicksten
Freunde...
Frohen Mutes
legte ich
also meinen
Reisepaß
vor, von
dem ich
mich noch
gefreut
hatte, daß
er nun endlich
doch noch
zum Zuge
kommen würde,
da ich ihn
seit Ausstellung
nicht ein
einziges
Mal hatte
nutzen können.
Aber dann
wurde ich
plötzlich
zum Staatsfeind
Nr. 1 erklärt
und ein
hektisches
Gerenne
fing an.
Der Zollbeamte
fragte mich
noch, mit
dem Finger
auf das
Gültigkeitsdatum
meines Passes,
wie lange
der Paß
gültig
sei und
ich sagte
wahrheitsgetreu
"bis
zum 1.11.00",
ich dachte,
er habe
Schwierigkeiten
zu erkennen,
ob es Januar
oder November
sei, da
die Reihenfolge
des Datums
in verschiedenen
Ländern
willkürlich
gehandhabt
wird. Aber
dann wurde
mir erklärt,
ich könnte
nicht einreisen,
denn wenn
der Paß
weniger
als sechs
Monate gültig
sei, müsse
ich ein
Visum haben
und das
habe ich
offensichtlich
nicht.
Margaritha
war schon
durch den
Zoll durch,
ihr Paß
war also
noch gültig.
Meinen Diplomatenpaß
wollte ich
wohlweislich
nicht herausholen
und ich
war geschockt,
glaubte
aber noch
immer, es
ließe
sich schon
was machen.
Der Zollbeamte
lief mit
meinem Paß
los und
verschwand
erst einmal,
nachdem
man mich
von der
Schlange
weggelotst
und im "Niemandsland"
zwischen
Taiwan und
Grenzstreifen
zur Außenwelt
geparkt
hatte. Margaritha,
die schon
jenseits
der Schranke
stand, wurde
noch einmal
zurück
gelassen,
bekam sogar
Hilfestellung,
eine Telefonkarte
zu besorgen
und telefonierte
mit ihrem
Bekannten
Chris und
mit der
Deutschen
Vertretung
in Taipeh.
Beide konnten
aber nichts
machen,
da die Vertretung
in Taipeh
nicht offiziell
anerkannt
ist, also
nicht als
Botschaft
arbeitet,
kann sie
auch keine
Pässe
verlängern
oder gar
ausstellen.
Nachdem
ich ca.
eine Dreiviertelstunde
dort gesessen
hatte und
mir zum
Heulen zumute
war, kam
Margaritha
zurück,
erklärte,
sie habe
nichts erreichen
können
und auch
die Zollbeamten
und die
Frau von
der Fluglinie,
die sich
um "den
Fall"
kümmerte,
konnte nichts
anderes
tun, als
meine Flüge
umbuchen
und mich
schnurstracks
wieder in
ein Flugzeug
verfrachten.
Meine
Tasche,
die ja schon
auf dem
Rollband
seine Runden
fuhr wurde
zurückbeordert
und ich
dachte noch,
als Margaritha
ging, um
ihren und
meinen Koffer
zu holen,
ich würde
sie nochmal
zu Gesicht
bekommen,
aber man
ließ
sie wohl
nicht mehr
zu mir.
Meine Möglichkeiten
bestanden
jetzt aus
vier verschiedenen
Varianten,
wie ich
mich entscheiden
konnte:
a)
den Flug
nach Hongkong,
der eigentlich
erst für
den kommenden
Freitag
geplant
war, sofort
antreten,
dort meinen
Paß
verlängern
lassen und
am nächsten
oder übernächsten
Tag, je
nach dem
wie lange
es dauern
würde,
zurück
nach Taiwan.
Dies würde
weitere
Flugkosten
für
die Strecke
Taiwan Hongkong
und zurück
ergeben,
vermutlich
ungefähr
500 DM,
ergeben,
zusätzlich
müßte
ich ein
teures Hotel
nehmen und
würde
die meiste
Zeit des
Urlaubs
im Flugzeug
bzw. auf
Flughäfen
verbringen.
b)
über
Hongkong
direkt wieder
nach Peking
fliegen
und den
Urlaub abblasen,
diese Möglichkeit
hätte
keine weiteren
Kosten aufgeworfen,
evtl. nur
eine Übernachtung
in Hongkong,
je nachdem
wie die
Verbindung
nach Peking
laufen würde.
c)
nach Hongkong
fliegen
und dort
die Woche
allein verbringen,
bis Margaritha
am Freitag
nachkommen
würde.
Diese Variante
würde
Übernachtungskosten
von zusätzlichen
800 DM aufwerfen,
mal abgesehen
von den
Kaufschlachten,
die alleine
in Hongkong
wohl ausfechten
würde.
d)
ein Ticket
nach Seoul
kaufen,
den Flug
nach Hongkong
verfallen
lassen und
meinen Resturlaub
getrennt
von Margaritha
in Seoul
verbringen.
Von dort
aus konnte
ich dann
versuchen,
am Wochenende
nach Hongkong
zu fliegen,
sofern ich
so kurzfristig
einen Flug
bekommen
würde.
Dies würde
mich allein
an zusätzlichen
Flügen
1.300 DM
kosten.
Ich
entschied
mich für
die letzte
Variante
und pfiff
auf das
Geld, wenn
ich bloß
nicht völlig
allein Urlaub
machen mußte
oder nur
noch in
Flugzeugen
leben müßte.
Der Rückflug
nach Seoul
ging allerdings
erst abends
gegen 18.00
Uhr ab und
solange
mußte
ich nun
im Transitbereich
des Flughafens
Taipeh sitzen
und der
Dinge harren.
Meine Kopfschmerzen
hatten sich
mittlerweile,
wohl auch
wegen der
"erfrischenden
Erlebnisse"
zu einer
ausgewachsenen
Migräne
ausgewachsen
und die
Tatsache,
daß
nicht einmal
irgendwo
eine Bank
stand, auf
der ich
mich wenigstens
die fünf
Stunden
Wartezeit
langstrecken
und etwas
schlafen
konnte,
erhöhte
meine Stimmung
nicht sonderlich.
Um
19.00 Uhr
saß
ich dann
endlich
mit Verspätung
im Flugzeug
zurück
nach Seoul
und kam
dort um
22.30 Uhr
an. Ich
erwischte
noch den
letzten
Shuttlebus
zum Hyatt
Hotel und
stand um
23.30 Uhr
wieder bei
Caren vor
der Tür.
Sie guckte
mich an,
als habe
ich in der
Zwischenzeit
Margaritha
um die Ecke
gebracht
und suche
nun einen
Unterschlupf
vor der
Polizei,
als ich
da so völlig
entnervt,
demotiviert
und deprimiert
vor ihrer
Tür
stand. Aber
ein großer
Dank an
den lieben
Gott oder
wer auch
immer dafür
zuständig
ist, daß
man mir
so gute
Freunde
geschenkt
hat, ich
fand Asyl
und durfte
bei Caren
bleiben,
so lange
ich es für
nötig
hielt.
|
|
Den
Montag verbrachte
ich dann eigentlich
fast nur im
Bett, eine
Mischung aus
Frust, Migräne
und schlechtem
Wetter (unerträgliche
Hitze und
Regen) dämpfte
meine Unternehmungslust.
Immerhin schaffte
ich es, mich
einmal auf
die Itaewon,
der Einkaufsstraße
von Seoul,
zu schleppen
und mich dort
umzusehen.
Seoul
ist eigentlich
eine sehr
hübsche
Stadt, viel
bunter als
Peking und
irgendwie
quirliger.
Die Stadt
besteht
aus einer
riesigen
Anhäufung
von Hügeln,
so daß
man ständig
entweder
sehr steil
abwärts
oder steil
aufwärts
geht. Bei
der herrschenden
Hitze war
das ein
anstrengender
Aspekt der
Stadt, aber
andererseits
verleiht
es dem Stadtbild
auch einen
gewissen
Charme.
Eine Redewendung
besagt,
daß
die Koreaner
"die
Italiener
Asiens"
seien, was
man beim
Anblick
von üppig
bepflanzten
Balkonen
und Treppen,
den engen
und verwinkelten
Gassen und
den lebenslustigen
Bewohnern
nur bestätigen
kann. Die
Häuser
haben auffallend
bunte Dächer
und bei
einem Aufstieg
auf das
Dach von
Carens Wohnhaus,
erlebte
ich einen
atemberaubenden
Ausblick
auf Seoul,
den Tower,
und das
die Halbinsel
umgebende
Wasser.
Der Sonnenuntergang,
den ich
dort oben
stehend
am Dienstag
erlebte,
war wirklich
wunderschön
und kostete
mich zahlreiche
Fotos. Die
Versorgungslage
in Seoul
ist vergleichbar
mit der
Pekings;
Dinge, die
man in Peking
kaufen kann,
gibt es
in Seoul
vielleicht
nicht, aber
dafür
gibt es
dort wieder
andere Sachen,
die wir
in Peking
teilweise
schmerzlich
vermissen.
Der Kleidermarkt
war enttäuschender
als der
in Peking,
der Geschmack
des Westens
hat sich
dort noch
nicht so
durchgesetzt.
Das Fahrverhalten
ist zwar
nicht unbedingt
mit Deutschland
zu vergleichen,
aber immerhin
doch so
geregelt,
daß
ich keine
Panik hatte,
wenn es
darum ging,
eine Straße
zu überqueren.
Englisch
wird häufiger
gesprochen,
als es bei
uns der
Fall ist,
so hatte
ich z. B.
ein Erfolgserlebnis,
als ich
in einer
Drogerie
auf Englisch
um Nagellackentferner
bat und
ohne viel
Federlesens
tatsächlich
genau das
Gesuchte
vor mich
hingestellt
wurde. Ich
erinnerte
mich an
meinen Versuch,
in Peking
an eine
Flasche
Nagellackentferner
zu kommen,
was mich
einige Mühe
und ziemlich
viel pantomimisches
Geschick
gekostet
hatte. Die
Orientierung
in der Stadt
ist anhand
der zahlreichen
Hügel
recht schwierig,
zwar hatte
ich mir
nach einem
gemeinsamen
Gang mit
Caren den
"Trampelpfad"
zur Einkaufsstraße
gemerkt,
aber große
Abweichungen
davon traute
ich mir
nicht zu,
da ich Angst
hatte, mich
hoffnungslos
zu verlaufen.
Man kann
nicht, wie
in Peking
gewöhnt,
immer ein
Hochhaus
im Blick
halten und
sich dort
drauf zuhalten,
wenn man
wieder zurück
will, weil
die Hügel
jede Weitsicht
verhindern.
So quält
man sich
von Ecke
zu Ecke
und hofft,
nicht vom
Weg abgekommen
zu sein.
Dafür
ist aber
der Nahverkehr
besser organisiert,
Bus fahren
ist kein
Problem
und man
findet sich
auch ohne
die koreanische
Sprache
zu beherrschen,
leicht zurecht.
Dienstags
bescherte
eine strahlende
Sonne wunderschönes
Wetter,
so daß
ich mich
noch einmal
in Richtung
Itaewon
Straße
aufmachte
und ausgiebig
dort flanierte.
Außerdem
holte ich
das von
Caren dankbarerweise
organisierte
Ticket nach
Hongkong
im Reisebüro
ab. Caren
hatte außerdem
zwei Touren
für
mich gebucht,
die ich
am Donnerstag
unternehmen
würde.
Morgens
die Tour
"Good
Morning
Seoul",
bei der
man sich
den Palast,
das Völkerkundemuseum,
den Regierungssitz
und einen
buddhistischen
Tempel ansah,
nachmittags
eine Tour
zu einem
Antiquitätenmarkt,
einem Flohmarkt
und einer
touristisch
angehauchten
Souvenir-
und Einkaufsstraße.
Ich
war die
einzige
Teilnehmerin
an beiden
Touren und
so hatte
ich meine
Führerin
immer für
mich allein,
was die
Sache natürlich
auch etwas
anstrengender
machte,
denn obwohl
ich ganz
offen gesagt
der Meinung
war, daß
es sehr
sehr große
Ähnlichkeiten
zu chinesischen
Palästen,
Tempeln
und Museen
gab, mußte
ich selbstverständlich
mit größtem
Interesse
an die Kultur
Koreas herangehen.
Der
Palast war
wirklich
nicht sehr
viel anders,
als ein
Palast,
den man
sich in
Peking ansieht.
Viele Gebäude
waren von
den Japanern
im Krieg
zerstört
worden und
die restlichen,
die noch
standen
befanden
sich in
einem hübsch
angelegten
Park. Der
allgemeine
Eindruck
des Palastes
wirkt sehr
ordentlich
und besser
gepflegt
als in China.
Das
Museum hatte
einige Kuriositäten
zu bieten,
wie u. a.
Traditionen
der Koreaner,
die doch
stark von
denen der
Chinesen
abweichen.
Die Koreaner
sind zum
Beispiel
davon überzeugt,
daß
sie von
den Ungarn
abstammen,
die Sprachen
hätten
den gleichen
Sprachstamm
und in Zeiten
der Völkerwanderung
habe es
die Urungarn
nach Korea
verschlagen.
Der einjährige
Geburtstag
eines Kindes
wird ganz
groß
gefeiert.
Der Geburtstag
wird außerdem
nicht von
dem Tag
an gerechnet,
an dem das
Kind zur
Welt kam,
sondern
es werden
noch 100
Tage draufgerechnet,
für
die Zeit
während
der Schwangerschaft.
Danach wird
erst wieder
der 60jährige
Geburtstag
gefeiert,
dazwischen
gibt es
für
Koreaner
keine Geburtstagsfeiern,
das sind
dann Tage
wie alle
anderen.
Am 60. Geburtstag
wird ein
großes
Fest gegeben,
wobei früher
das ganze
Dorf und
alle bekannten
Bettler
eingeladen
wurden,
um durch
diese gute
Tat die
Grundlage
für
ein besseres
nächstes
Leben zu
schaffen.
Eine weitere
Neuigkeit
für
mich war,
daß
die Könige
früher
eine sehr
kurze Lebenserwartung
hatten,
da die Krone
so schwer
war, daß
sie durch
den erheblichen
Druck auf
den Kopf
die Lebensdauer
ihres Trägers
verkürzte.
Im
Tempel,
den ich
im übrigen
bereits
im Jahr
zuvor schon
einmal besucht
hatte, liefen
Vorbereitungen
für
eine große
Veranstaltung.
Es wurden
Lautsprecher
verlegt,
Stühle
aufgestellt
und auf
der großen
Veranda
vor dem
Eingang
des Tempels
saßen
bestimmt
20 Frauen
und putzten
eifrig das
Silber und
Messing,
schön
im Takt
unter lauten
Geschnatter.
Der indische
Einfluß
ist im koreanischen
Buddhismus
sehr stark
und die
Buddhafiguren,
die angebetet
werden,
gleichen
für
unser europäisches
Auge oft
eher einer
Kirmesfigur
als einer
Heiligenstatue.
In der Halle
zu Ehren
der Ahnen
beten die
Gläubigen
für
ihre toten
oder im
Sterben
liegenden
Angehörigen.
Mir wurde
erklärt,
daß
ein Gläubiger,
der besonders
viel Gewicht
in sein
Gebet legen
will, sich
mindestens
300 Mal
vor den
angebeteten
Buddha niederknien
und wieder
aufstehen
wird. Will
man aber
ganz sicher
sein, daß
das Gebet
erhört
wird, kann
das auch
schon mal
1000 Mal
gemacht
werden.
In Gedanken
an meine
vom vielen
Laufen schmerzenden
Knien stellte
ich mir
das ganze
äußerst
qualvoll
vor und
dachte dankbar
an das gemütliche
Sitzen und
Knien in
der christlichen
Kirche.
Nachdem
das Besichtigungsprogramm
am Morgen
erfolgreich
absolviert
war, setzte
mich die
Tourführerin
im Lotte,
einem Kaufhaus-/Hotelkomplex
in der Innenstadt
ab und erklärte
mir, daß
ich um 13.00
Uhr ihre
Kollegin
in der Hotellobby
treffen
solle, um
das Nachmittagsprogramm
zu starten.
Bis dahin
hatte ich
noch über
eine Stunde
Zeit und
so durchstreifte
ich das
Kaufhaus.
Als ich
mehr oder
weniger
interessiert
an einem
Stand mit
Schuhen
stehen blieb,
stürzte
gleich ein
Verkäufer
auf mich
los und
hielt mir
den wohl
häßlichsten
Lacklederschuh
überhaupt
unter die
Nase, ob
ich den
haben wolle,
besonders
preiswert
und qualitativ
unübertrefflich.
Da ich nicht
so direkt
sagen wollte,
daß
ich den
Schuh äußerst
unattraktiv
fand, verneinte
ich und
sagte, nein,
ich suche
etwas flacheres.
Ein anderer,
flacherer,
aber nicht
weniger
häßlicher
Schuh wurde
hervorgekramt
und mir
mit noch
deutlicherer
Intensität
ans Herz
gelegt.
Nein, sagte
ich, er
müßte
nicht nur
flach, sondern
auch noch
eine Sandale
sein. Da
holte er
wieder den
bewährten
Lacklederschuh
hervor und
bedeutete
mir mit
Gesten,
den könne
man doch
so abändern,
er würde
den Absatz
niedriger
machen und
ein paar
Löcher
reinschneiden,
um mir den
gewünschten
Schuh maßzuschneidern.
Nun mußte
ich mit
der Tatsache
rausrücken,
daß
ich diesen
Schuh "eigentlich
nicht so
schön
fände"
und sah
zu, daß
ich mich
dankend
verdrückte
bevor ich
einen Lachkrampf
bekam, bei
der Vorstellung,
einen Schuh
anzuziehen
und darin
wieder auszusehen
wie ein
Kind, das
aus seinen
Schuhen
herausgewachsen
ist und
Löcher
für
die Zehen
hineingeschnitten
wurden.
In
der Zeit,
während
ich die
Kaufhausabteilungen
durchstreifte,
hatte ich
bereits
von weitem
lautes Gepfeife
und Schreie
gehört,
dachte aber,
das stamme
von einem
Werbegag
oder vielleicht
einer Spielhöllenetage,
wie sie
oft in solchen
komplexen
Gebäuden
vorkommt.
Kurz vor
13.00 Uhr
suchte ich
mir auf
dem Weg
zur Hotellobby
noch eine
Bank, die
ebenfalls
im Gebäude
eine Filiale
hatte, und
tauschte
Geld um.
Ich freute
mich gerade
noch, daß
ich statt
des Passes,
den ich
zu Hause
bei Caren
gelassen
hatte, auch
meine chinesische
ID-Karte
vorlegen
konnte und
diese akzeptiert
wurde als
Sicherheit
beim Geldtausch,
als mit
einem Mal
die Bank
in hektische
Aktivität
ausbrach.
Die Panzertüren
wurden zugeschmissen,
die Vordertür
vergittert
und alle
riefen laute
Befehle
und rannten
aufgeregt
herum. Ich
bekam gerade
noch mein
Geld und
wurde dann
zur Hintertür
der Bank
gedrängt,
wo ich plötzlich
in einem
bis auf
die herauskomplimentierten
Kunden menschenleeren
Flur stand,
der wohl
zur Hotellobby
führen
sollte.
Dort angekommen,
stellte
ich fest,
daß
bis auf
ein paar
wenige Langnasen
auch die
Lobby völlig
verwaist
war und
ein Schild
vor der
Rezeption
um Verständnis
bei den
Kunden bat,
da man "Schwierigkeiten
mit der
Verwaltung
und der
Regierung
habe"
und deshalb
"vorübergehend
der Gebäudekomplex
geschlossen
würde".
Ein Amerikaner,
der an der
Rezeption
ungeduldig
mit den
Fingern
wippte,
erklärte
auf meine
Frage hin,
daß
das Gebäude
von der
Stadt geschlossen
worden sei
und die
Straßen
ebenfalls
alle total
blockiert
seien. Na
prima, Problem
Nr. wieviel
noch gleich?
Vor den
Türen
des Hotels
wurden die
Schutzgitter
auf Halbmast
heruntergelassen
und Polizei
stand bis
unter die
Zähne
bewaffnet
und mit
Schutzschildern
ausgerüstet
Schulter
an Schulter,
sie ließen
niemanden
hinein und
nur wenige
hinaus.
Nachdem
ich mich
ungefähr
eine halbe
Stunde ratlos
in der Lobby
aufgehalten
hatte, kam
dann endlich
eine Koreanerin
auf mich
zu, die
sich als
meine Tourführerin
vorstellte.
Sie hatte
es zum Glück
doch noch
geschafft,
hereinzukommen
und nun
schlichen
wir, an
den verrückt
spielenden
Demonstranten,
die dabei
waren, die
Scheiben
des Gebäudes
mit Steinen
und Flaschen
einzuwerfen
und laut
skalierten
vorbei.
Wir ergatterten
ein Taxi
und schafften
es sogar,
relativ
schnell
durch die
blockierten
Straßen
weg zu kommen.
Wir
fuhren zu
einem Antikmarkt,
wo ich nun
jedes einzelne
Stück
bis ins
kleinste
Detail erklärt
bekam. Ich
lernte,
daß
koreanische
Frauen früher
immer eine
extra im
Kleid eingenähte
Schlaufe
zwischen
den Brüsten
hatten,
in denen
sie ihr
kleines
Damenmesser
zur Selbstverteidigung
aufbewahrten.
Diese Messer
waren reich
verziert
und wurden
meistens
der Frau
schon in
jungen Jahren
vom Vater
als Mitgift
geschenkt.
Außerdem
lernte ich,
daß
der Tiger
das Wahrzeichen
Koreas ist
und früher
viele Leute
einen Pfeife
rauchenden,
sprechenden
Tiger mit
einer Krähe
zusammen
malten und
dieses Bild
des - meist
dümmlich
aussehenden
- Tigers
dann vor
die Türen
hängten,
um ihnen
Schutz zu
bieten.
Ein Wesen,
dem so aussehend
ich nicht
unbedingt
den Schutz
meines Lebens
anvertraut
hätte.
Anschließend
fuhren wir
zu einem
Flohmarkt,
auf dem
ein Schlangenfänger
und -verkäufer
seine Ware
anpries,
indem er
mit einer
langen Zange
auf die
Tonnen schlug,
in denen
sich die
Schlangen
befanden
und nach
und nach
die Exemplare
herauszog,
die vor
sich hinzüngelnd
angepriesen
wurden als
besonders
gesund und
gut gegen
alle möglichen
Zimperleins.
Danach
fing es
wieder mal
an in Strömen
zu regnen
und wir
suchten
Schutz in
einem traditionellen
Teehaus,
was recht
gemütlich
- von den
traditionellen
Sitzgelegenheiten,
nämlich
dem Boden
mit einem
recht dünnen
Sitzkissen,
mal abgesehen
- war.
Gegen
18.00 Uhr
kam ich
wieder nach
Hause und
machte mich
bereit,
am nächsten
Morgen mit
Thai Air
nach Hongkong
zu fliegen.
Caren, die
durch Zufall
zusammen
mit zwei
Freundinnen
einen Flug
nach Hongkong
mit Cathay
Pacific
für
genau das
gleiche
Wochenende
gewonnen
hatte, würde
ebenfalls
am nächsten
Tag fliegen.
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