Als wir in die Sraße einbogen, in der sich unser Ferienhotel befand, konnten wir es kaum glauben, daß dies nach all dem Schmutz und Unbequemlichkeiten tatsächlich unser „zu Hause“ für die nächsten 6 Tage sein sollte. Die Hotelanlage. Das Hotel lag ein bißchen zurück mit Blick aufs Meer, es gab einen Swimmingpool gleich vor den Appartments und eine schmale Straße, die durch zahlreiche Palmen auf dem Der Strand vor der Haustür.Hotelgelände verdeckt wird und dahinter sah man den Strand und das Meer .

Das Appartment war eine vollausgestattete Wohnung mit Küche, Eß- und Wohnzimmer, Bade- und Schlafzimmer und zu unserer großen Freude ausgestattet mit Waschmaschine und Trockner. Da ich überhaupt keine reine Wäsche, noch genau ein sauberes T-Shirt und die beiden im Outback nicht getragenen Kleider zum Anziehen übrig hatte, während alles andere die rote Farbe des Outbacks angenommen hatte, löste die Entdeckung dieser Ausstattungsgegenstände ein Gefühl wie Weihnachten und Ostern an einem Tag aus.

Palm Cove, der Ort nördlich von Cairns gelegen, in dem unser Hotel lag, besteht fast nur aus Hotels und Restaurants, die allesamt sehr hübsch und nobel aussehen. Es gibt zwei Supermärkte und einen Bottleshop zur Deckung des Alkoholbedarfs.

Das Meer war sehr unruhig, da während unseres gesamten Aufenthalts in Palm Cove zwei Zyklonwarnungen ausgerufen wurden. Der Zyklon kam zwar nie an, aber dafür Wind und zwei Tage Regen.

Man kann in der Umgebung von Cairns viel unternehmen und es ist für jeden Geschmack irgendetwas dabei. Trotz des schwülen Klimas ist es ein Urlaub mit Erholungsfaktor.

Holzsteg durch den Regenwald.Wir haben uns zwei Tage lang ein Auto gemietet und sind u. a. zur Regenwald-Seilbahn zwischen Cairns und Palm Cove gefahren. Mit dieser Seilbahn fährt man ca. ½ Stunde lang über dichten Regenwald, wobei man zwei Zwischenstops machen kann und auf Holzstegen den Wald während eines kurzen Spaziergangs aus der Nähe betrachten kann. Es gibt jede Menge interessante Pflanzen in einem Regenwald, z. B. Vogelnestfarne, die sich wie Nester auf großen Bäumen festsetzen, um ans Licht zu gelangen, ohne ihre „Gastgeber“ zu schädigen. Oder die „Würgefeige“, die sich solange um andere Bäume wickelt, bis diese absterben und nur noch der alte Baumstamm der Feige selbst Halt bietet, um das Licht zu erreichen. Soviel Grün wie hier um mich herum, hätte mir gerade erst aus Peking ankommend wahrscheinlich Angst gemacht!

Natürlich sind wir auch einen Tag lang in Cairns einkaufen gegangen, denn auch das ist für uns, im asiatischen Raum mit all den dürren Frauen lebend, ein echter Erholungsfaktor im Urlaub!

An einem Tag haben wir eine Ballonfahrt gebucht, zu der wir bereits um 5.00 Uhr morgens losstarteten. Nach der einstündigen Fahrt dorthin, die ich selbstredend schlafend verbrachte, stellte sich um 6.00 Uhr dann heraus, daß das Wetter hier auf den Tablelands besser war als am Meer, wo es aus Eimern goß, hier nieselte es nur.

Wir wurden mit insgesamt 6 Bussen zu einer Wiese gefahren, die fast alle mit Japanern gefüllt waren. Fast voll....Durch das laute Auftreten der Asiaten, sobald es mehr als drei Personen an einem Fleck sind, stellte sich ein wenig Erinnerung an China ein. Auf der Wiese wurden bereits drei Ballons ausgepackt und startklar gemacht.

Caren und ich wurden für die zweite Gruppe eingeteilt, wir hatten einen halbstündigen Ballonflug gebucht, die Ballons würden eine halbe Stunde fliegen, dann kurz landen, die Passagiere tauschen und weiterfliegen. Nachdem die erste Gruppe dann auch gelandet war, stellte sich heraus, daß wir Fertig zum Abflug!durch einen Stacheldraht klettern und über eine nasse kniehohe Wiese stapfen mußten,um den Ballon zu erreichen, da die Ballons sich nicht aussuchen können, wo sie landen, sondern vom Wind abhängig sind.

Der Flug war wenig spektakulär, vom Ballon über sich vor dem Nieselregen geschützt, merkt mannach erreichter Flughöhe kaum, daß man sich über die Märklin-Eisenbahnwelt unter sich überhaupt fortbewegt.

Bei der Landung mußten wir alle die Landeposition einnehmen, d. h. sich an den Seilgriffen vor sich festhalten, den Allerwertesten gegen die gepolsterte Rückwand drücken und die Knie leicht beugen, um besser abzufedern. Der Ballon setzte sanft auf, wobei er noch ein letztes Mal hochsprang und schon standen wir mitten auf einer Kuhweide. Nun hieß es für alle beim anstrengenden Einpacken des Ballons mitanpacken.

Um 10.00 Uhr waren wir wieder am Hotel, wo es immer noch in Strömen regnete. Da wir das Auto an diesem Tag noch hatten, gaben wir dem Impuls, zu Hause zu bleiben und dem Regen von innen heraus zuzuschauenAborigines zeigen ihre traditionellen Tänze. nicht nach. Wir fuhren wir ins Tjapukai Theater, wo Aborigines ihre Vergangenheit als Film, ihren Ursprung in einer Lasershow mit Schauspielern und Erzähler über Kopfhörer in allen gewünschten Sprachen vorführten. Außerdem gab es noch eine Tanzvorführung auf der Bühne, bei der gezeigt wurde, wie man ohne Feuerzeug ein Feuer entfachen kann und die Aboriginal Darsteller auf ihren traditionellen Instrumenten Musik machten und dazu tanzten. Dieses Theater ist sehr schön gemacht und ich dachte wieder an Ayers Rock, wo ich mir so etwas in dieser Art vorgestellt hatte, als wir das Aboriginal Cultural Center besucht hatten.

Wandbild bei den Flying Doctors.Anschließend haben wir in Cairns den Royal Flying Doctor Service besucht, aber um das interessant zu finden, muß man entweder Mediziner, Funker oder Flieger sein, denn alle Dinge, die dort ausgestellt werden, sind entweder für den Laien nur „alte Schreibmaschinen“ oder gruselige Gerätschaften, bei denen einem schon alles weh tut, ohne daß man krank ist. Außerdem hängen jede Menge Zeitungsausschnitte und Fotos an den Wänden, um die zu lesen man einen Tag da bleiben müßte.

Am nächsten Morgen sind wir um 10.15 Uhr zum Landungssteg des Ortes gegangen, wo wir um 11.00 Uhr mit einem Katamaranboot abgeholt wurden, um zur Green Islandzu fahren. Das Wetter Green Island in the Sun.war wieder zur Normalität gewechselt und die Sonne schien. Die Bootsfahrt zur Insel war wie eine einstündige Achterbahnfahrt und da ich aus den hohen Fenstern hinaus sehend nur Himmel sehen konnte, war ich froh, als die Fahrt zu Ende war und ich die Papiertüten im Sitz vor mir doch nicht hatte nutzen müssen.

Auf der Insel, die man mit einem 3/4stündigen Spaziergang voll umrunden kann, angekommen, kletterten wir in ein Glasbodenboot, das uns die Korallenriffe und seine Bewohner präsentierte. Beim Füttern der Fische kamen riesige Tiere bis an die Wasseroberfläche. Auch Meeresschildkröten konnten wir unter unseren Füßen „entlangsegeln“ sehen. Schade nur, daß man ohne selbst unter Wasser zu sein, die Farben der Unterwasserwelt, außer Grün- und Blautönen, nicht sehen kann!

Nach ca. ½Stündiger Fahrt landeten wir wieder am Landungssteg der Insel und bekamen auf einem anderen Schiff, das an seinem „Parkplatz“ fest vertäut war, ein Grillbuffet serviert. Der gegrillte Fisch war eine willkommene Abwechslung zum sonst eher sehr fleischbetonten Essen der Australier.

Danach hatten wir Zeit, unser Tun selbst zu bestimmen und mieteten uns 2 Liegestühle und einen Sonnenschirm am Strand. Zum Schnorcheln fehlte mir eindeutig der Mut und auch Caren zog simples Schwimmen im schulterhohen Meerwasser vor.

Für 14.30 Uhr hatten wir eine Fahrt mit einem Semi-Submarine Boot gebucht, das seine Passagiere trockenen Fußes die Korallenriffe unter Wasser zeigen sollte. Aber als wir am Treffpunkt ankamen, wurde uns mitgeteilt, daß bis auf weiteres alle weiteren Fahrten mit diesem Boot abgesagt seien, da eine erneute Zyklonwarnung gemeldet worden war. War also nichts mit U-Bootfahren, und so aßen wir stattdessen ein Eis, schrieben Karten und lasen.

Um 16.15 Uhr ging die Fahrt mit dem von mir angstvoll erwarteten Boot zurück nach Cairns, von wo uns ein Bus zu unserem Hotel in Palm Cove brachte. Gottseidank war diese Fahrt ruhiger und mein Magen machte keine Sprünge in ihm unerlaubte Regionen.

Zu Hause angekommen verbrachten wir einen gemütlichen Abend auf dem Balkon, während wir die Zyklonwarnungen im Fernsehen mit beobachteten und dafür immer schnell hineinliefen, wenn wir etwas darüber hörten.

Am darauffolgenden Tag haben wir nichts unternommen. Es lag immer noch die Zyklonwarnung vor und es regnete häufig. Diesmal war die Warnung wohl dringender, denn im Ort wurde alles mit Sandsäcken verbarrikadiert und die meisten Läden hatten geschlossen. Bei der Post habe ich noch schnell eine kurze Mail nach Hause geschickt, da der Flughafen Cairns an diesem Tag geschlossen war und ich keine Ahnung hatte, ob wir am nächsten Tag tatsächlich würden fliegen können. Außerdem wurde vor einem möglichen totalen Stromausfall gewarnt, der durch umknickende Überlandleitungen verursacht werden könnte und wir hatten Kerze und Feuerzeug bereits parat liegen für den Fall der Fälle. Aber nichts von alledem bewahrheitete sich und so hatten wir einen Tag lang „frei“, den wir dazu nutzten, lange zu schlafen, Carens Erkältung dank Klimaanlage auszukurieren, unsere Taschen zu packen und einen Fernsehabend einzulegen.

Am Freitag morgen haben wir dann erst mal telefonisch gecheckt, ob der Flughafen wieder offen war und nachdem das der Fall war, sind wir um 11.15 Uhr vom Hotel zum Flughafen gebracht worden, wo wir um 12.20 Uhr unter Turbulenzen nach Sydney zurückgeflogen sind. Caren und ich.

In Sydney angekommen sind wir mit dem Taxi in unser gutes altes Hotel Ibis in Chinatown gefahren, wo wir zum letzten Mal für diesen Urlaub eincheckten und haben nach ein paar E-Mails mit Zyklonentwarnung und etwas zu essen einen Kinobesuch gemacht, um uns Stephen King’s Green Mile anzusehen. Ein sehr schöner Film, aber leider mit Überlänge, was dazu führte, daß es recht spät wurde, eh wir endlich in unseren Betten lagen, um am nächsten Tag schweren Herzens Australien zu verlassen.

 

Die typischen Wildlife Vertreter Australiens.

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