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Am
darauffolgenden
Tag standen
wir vor
einem großen
Geländewagen
mit Anhänger,
in den gut
sortiert
10 Personen
plus 1 Fahrer
passten,
der für
die nächsten
zehn Tage
unser Gefährt
während
der Outbacktour
darstellen
sollte.
Unsere Rucksäcke
verschwanden
im geschlossenen,
spitzdächigen
Anhänger,
wir im Jeep.
In dessen
Rückfront
waren zwei
gegenüberliegende
Sitzbänke
installiert,
auf denen
die sich
nur die
ersten 50
km weich
anfühlende
Schaumstoffpolsterung
lose drauf
lag. Für
die kommenden
3000 km
würden
wir unserem
Gegenüber
ins Gesicht
gucken müssen
und wie
sich herausstellen
wird, würde
der Allerwerteste
des öfteren
das taube
Gefühl
präsentieren,
das sich
immer dann
einstellt,
wenn man
stundenlang
in einem
alten Schaumstoffkissen
eingesunken
auf der
Stelle hockt,
ohne sich
bewegen
zu können.
Unsere
Mitreisenden
waren allesamt
Backpacker,
also Rucksacktouristen,
die samt
und sonders
bereits
monatelang
durch Australien
reisten
oder noch
reisen würden.
Da waren
Debbie und
Nathan aus
England,
Andrew aus
USA, Eline
und Yuri
aus den
Niederlanden,
Ruth aus
England,
und Heiko,
Caren und
ich aus
Deutschland.
Und natürlich
Neil, der
australische
Tour Guide.
Caren und
ich wirken
in dieser
Gruppe wie
rosarote
Kamele in
einer wildlebenden
Herde, denn
wir waren
außer
dem Fahrer
Neil die
einzigen,
die einer
geregelten
Arbeit nachgingen
und nur
vier Wochen
in Australien
sein würden.
Unserer
Führer,
Neil, war
ein recht
rauhbeiniger
Kerl, wie
man sich
so einen
Outbackhelden
halt vorstellt.
Etwas wortkarg
manchmal,
säuft
wie ein
Loch (während
des Fahrens
gottseidank
nur am ersten
Tag, danach
schien er
es sich
überlegt
zu haben),
vergöttert
die Aborigines
und sieht
Duschen
nicht als
Notwendigkeit,
sondern
als Übel
an.
Er
kam mir
etwas sorglos
vor, wie
er so mit
dieser Gruppe,
in der Caren
und ich
die mit
Abstand
Ältesten
waren und
die Jüngsten
gerade mal
19 Lenze
zählten,
durch die
Wüste
zieht und
mit einem
fröhlichen
no
worries
auf den
Lippen alle
Fastkatastrophen
als natürliche
Ereignisse
im Leben
interpretierte.
Aber irgendwann
auf dieser
Fahrt nahm
ich seine
gelassene
Art des
no
worries
gezwungenermaßen
an und dachte
bei allem
was passierte,
wir würden
schon irgendwie
und irgendwann
ankommen
wo wir hinwollen.
Neil
erklärte
uns den
Verlauf
der Tour
so, daß
er sagte,
der Plan
sei der,
daß
es keinen
Plan gibt.
Everything
can happen
- and it
usually
does!
(Es
kann alles
passieren,
und normalerweise
tut es das
auch.).
Wir wurden
darüber
unterrichtet,
daß
dieser Urlaub
eine Art
Arbeitsurlaub
sein würde,
denn jeder
mußte
bei allem
mitanpacken,
sei es Feuer
machen,
Feuerholz
sammeln,
kochen,
abwaschen,
eben alles
außer
den Wagen
steuern.
An
einem der
letzten
Supermärkte/Tankstellen
Adelaides
machten
wir einen
kurzen Einkaufsstopp,
wo Neil
für
eine Menge
Bier und
etwas Nahrungsmittel
sorgte.
Dann
kam langsam
die Einsamkeit
der Natur
zum Vorschein
und während
wir noch
im hinteren
Teil des
Wagens uns
vorsichtig
gegenseitig
taxierten
und annäherten,
machten
wir nach
einigen
Stunden
Fahrt halt
bei der
Alligator
Gorge (Alligator
Schlucht),
wo wir ein
Mittagessen
aus dem
später
täglichen
Sandwichritual
zu uns nahmen,
während
wir versuchten,
die Fliegen
davon abzuhalten,
schneller
zu essen
als wir
selbst.
Die Fliegen
im Outback
sind eine
echte Plage,
sie sind
millionenfach
an Ort und
Stelle,
sobald sie
Menschen
oder Tiere
riechen
und sie
sind so
träge,
daß
einfaches
Händewedeln
nicht hilft,
sie zu vertreiben.
Sie kriechen
in Augen,
Nase, Mund
und Ohren
und können
eigentlich
gar nicht
vertrieben
werden,
denn dazu
sind es
viel zu
viele. Wir
sahen aus
wie die
hungernden
Kinder Afrikas,
die man
im Fernsehen
oft sieht,
auf denen
die Fliegen
herumkriechen
wie auf
Kuhfladen.
Danach
kam die
erste einstündige
Wanderung
durch die
Alligator
Schlucht.
Der steinige
Weg und
das vorgegebene
Tempo der
Gruppe machte
es mir nahezu
unmöglich,
die Umgebung
zu genießen
und während
ich mich
wegen der
Fliegen
wild um
mich schlagend
durch das
steinige
trockene
Flußbett
quälte,
überkamen
mich Zweifel,
ob ich diese
Gewaltmärsche
10 Tage
lang durchstehen
würde.
Zu Beginn
gingen wir
zahllose
Stufen hinunter,
um in die
Schlucht
zu gelangen
und eben
diese Stufen
brachten
mich zum
Schluß,
als wir
sie wieder
hinauf kraxelten,
ganz schön
zum Schnaufen
und Stöhnen.
Ziemlich
fertig von
der Kletterei
und meine
nicht vorhandene
Kondition
verfluchend,
kletterten
wir wieder
in den Wagen
und fuhren
bei beginnendem
Regen, der
zumindest
die Fliegen
kurzzeitig
vertrieb,
weiter und
sammelten
unterwegs
Feuerholz
von einem
der zahlreichen
verdorrten
Bäume.
In
Quorn machten
wir an einer
Jugendherberge
Halt, aber
nicht, wie
ich gehofft
hatte, um
dort zu
übernachten,
sondern
nur um unsere
Fahrt zu
bezahlen,
die bislang
nur angezahlt
war und
etwas zu
trinken.
In der Zwischenzeit
hatte es
angefangen
in Strömen
zu regnen
und ich
konnte es
kaum glauben,
daß
Neil anscheinend
keinen Gedanken
daran verschwendete,
nicht zu
campen,
sondern
in einem
schönen
warmen und
trockenen
Bett zu
übernachten.
Unser mühsam
gesammeltes
Feuerholz,
das auf
dem Anhänger
befestigt
worden war,
wurde nass
und nässer
und ich
konnte beim
besten Willen
nicht mehr
daran glauben,
daß
man daraus
jemals so
etwas wie
ein Feuer
machen könnte.
Wir
kauften
uns noch
jeder ein
Fliegennetz,
das uns
vor den
Fliegen
insoweit
schützte,
daß
von 50 Fliegen
nur noch
10
 |
|
Australischer
Outback-Chic
|
in
unserem
Gesicht
herumspazierten.
Mein erstandener
Souvenir-Schlapphut
wurde nun
zu einem
echten Gebrauchsgegenstand,
denn an
ihm konnte
ich das
Netz so
befestigen,
daß
es in einigem
Abstand
um mein
Gesicht
herum hing.
Andere,
die nur
Schirmmützen
trugen,
hatten das
Netz von
da an immer
direkt auf
dem Gesicht
liegen,
was für
mich nicht
sonderlich
effektiv
aussah.
Im
immer noch
strömenden
Regen erreichten
wir schließlich
unser Lager
für
die Nacht,
der sich
dadurch
auszeichnete,
daß
es eine
Mülltonne
und eine
alte Feuerstelle
gab und
ansonsten
nur Bäume
auf einer
Lichtung.
Neil, der
einen etwas
wilden Fahrstil
an den Tag
gelegt hatte
und ab dem
Halt in
Quorn fröhlich
mit uns
Bier soff,
parkte den
Wagen parallel
zu einem
fast horizontal
wachsenden
starken
Ast und
eine große
Plastikplane
wurde am
Auto befestigt
und über
diesen Ast
gezogen.
Dabei wurden
wir dann
alle völlig
durchnäßt,
da wir alle
mit anpackten,
um die schwere
Plane so
auszubreiten,
daß
sie eine
Art Dach
bildete.
Ich fühlte
mich, als
habe ich
eine eiskalte
Schlammpackung
genommen
und sah
auch so
aus.
Zu
meiner Verwunderung
begann niemand
damit, die
Zelte, die
wie in der
Tourbeschreibung
erwähnt,
zur Verfügung
gestellt
würden,
aufzubauen.
Später
sollte sich
herausstellen,
daß
außer
mir und
Caren niemand
in einem
Zelt schlafen
wollte,
sondern
alle wollten
in sogenannten
Swags draußen
schlafen,
einer Art
fast wasserdichten
Schlafsack
aus Zeltstoff
mit einer
ca. 5 cm
dicken und
bei Tageslicht
wenig appetitlichen
Matratze.
Mittlerweile
war es dunkel
geworden
und die
Herren der
Schöpfung,
besser gesagt
Neil, hatte
es geschafft,
aus dem
nassen Holz
ein Feuer
herauszuholen,
daß
zwar qualmte
wie nichts
gutes, aber
es war warm.
Die Temperatur
wird ca.
15°C
betragen
haben, aber
mit bis
auf die
Unterwäsche
nassen Klamotten
fühlt
sich das
an wie 8°C.
Mit Hilfe
von Caren,
Debbie und
Ruth baute
ich das
Zelt, das
mir Neil
auf meine
Frage hin
in die Hand
gedrückt
hatte im
Dunkeln
auf. Nachdem
wir es unter
der Plane
im Trockenen
aufgebaut
hatten,
mußten
wir es im
Dunkeln
in den Regen
hinaustragen,
da es zu
nahe am
Feuer zu
gefährlich
gewesen
wäre.
Die Nacht
im Busch
ist wirklich
schwarz,
der Mond
geht - wenn
es nicht
gerade regnet
- meistens
erst gegen
23.00 Uhr
auf und
bis dahin
sieht man
die Hand
vor Augen
kaum. Wir
trugen das
Zelt also
hinaus in
die Dunkelheit
und stellten
es versehentlich
an der denkbar
ungünstigsten
Stelle ab,
die ich
mir denken
konnte:
Mitten auf
die alte
Feuerstelle,
ein ca.
20 cm hoher
und im Durchmesser
1m breiter
Buckel.
Aber das
sollte ich
erst in
der Nacht
herausfinden,
als ich
endlich
versuchte
zu schlafen,
während
ich von
genau diesem
Buckel ständig
herunter
rutschte
oder mir
die Rippen
darauf zerquetschte.
Das
Abendessen
bestand
aus Nudeln
mit Tomatensoße,
auf dem
Feuer gekocht,
und langsam
schaffte
es die Plane
über
uns, daß
uns das
Feuer einigermaßen
trocknete
und uns
auch etwas
wärmer
wurde, wozu
das Bier
nicht unwesentlich
zu beitrug.
Mit den
trockenen
Klamotten
hob sich
auch die
Stimmung,
die zwischenzeitlich,
zumindest
meinerseits,
auf dem
Nullpunkt
angelangt
war.
Nach
wenigen
Stunden
Schlaf standen
wir um 7.30
Uhr auf
und machten
uns ans
Einpacken.
Mit dem
Verschwinden
des Regens
kamen auch
die Fliegen
wieder und
zu allem
Übel
sprang der
Wagen nicht
an. Wir
mußten
anschieben
und zuguterletzt
sprang er
unter Neils
Worten No
worries,
it did that
yesterday
morning
as well!
(Keine Sorge,
das hat
er gestern
morgen auch
gemacht!)
wieder an.
Nachmittags
hielten
wir in Wilpena
Pounds an,
einer ehemaligen
Schaffarm,
die in einem
Talkessel
liegt. Wir
machten
einen Spaziergang
durch
einen sehr
schönen
Wald, wobei
Caren und
ich uns
diesmal
nicht dem
allgemeinen
Sauseschritt
der Gruppe
anschlossen,
sondern
unser eigenes
Tempo wählten,
um den Berg
in der Zeit,
in der die
anderen
die Kuppel
des Berges
erschlossen,
bis zur
Hälfte
zu erklimmen,
von wo man
auch einen
sehr schönen
Ausblick
hatte und
nicht Gefahr
lief, sich
entweder
unterwegs
durch hastiges
Gehen den
Knöchel
zu brechen
oder einfach
nur vor
Erschöpfung
zusammenzubrechen.
Anschließend
ging es
weiter
über
Stock und
Stein und
unbefestigte
Straßen
, die uns
auf unseren
Bänken
im hinteren
Teil des
Wagens auf
und ab springen
ließen
wie die
Kängeruhs,
zu einem
Billabong,
einer natürlichen
Quelle,
die einen
kleinen
See bildet.
Einige von
uns sprangen
hinein und
schwammen,
aber mir
war es dazu
bei ca.
20°C
viel zu
kalt, und
das Wasser
sah mir
auch nicht
so sauber
aus, daß
ich es um
der Körperpflege
Willen gemacht
hätte.
Abends wälzte
Nathan sich
dann urplötzlich
auf dem
Boden, nachdem
er zuvor
mit Neil
noch irgendwo
Bier kaufen
war und
dort nach
Neils Aussagen
ein oder
zwei Whiskey
getrunken
hatte und
schrie um
Hilfe und
nach Debbie,
seiner Freundin,
er könne
sich nicht
mehr bewegen.
Debbie kannte
ihn wohl
besser als
wir alle
und sagte,
er habe
sowieso
nichts.
Irgendwann
schrien
sie sich
dann gegenseitig
an und ich,
die ich
eigentlich
längst
hatte schlafen
gehen wollen,
sah gespannt
bei diesem
Schauspiel
zu. Im Endeffekt
machte Debbie
(wie sich
später
herausstellte
vorübergehend
zumindest)
mit ihm
Schluß,
Neil, der
Tourguide
schimpfte
mit Debbie,
daß
sie sich
nicht um
ihren Freund
kümmerte,
Nathan schrie
unverständliches
Zeug und
als schließlich
zwei Mechaniker,
die Neil
tagsüber
angerufen
hatten,
um nach
dem Wagen
zu sehen,
zu unserem
Camp kamen,
nahmen sie
Nathan nachts
gegen 1.00
Uhr mit
und fuhren
ihn nach
Leigh Creek
ins Krankenhaus.
Ich
hatte mich
entschlossen,
nach der
Nacht mit
dem Buckel
unter dem
Zelt die
Variante
der anderen,
nämlich
den Swag
auszuprobieren,
mit dem
ich notfalls
wandern
konnte,
da er nicht
wie ein
Zelt an
den Boden
genagelt
wird. Es
stellte
sich heraus,
daß
- hat man
sich erst
mal daran
gewöhnt
- dieses
Ding gar
nicht so
unbequem
ist, man
kann völlig
hineinkriechen
und hat
so etwas
wie ein
Zelt mit
Matratze
aber ohne
Stangen.
Meinen dicken
Fleecepullover
rollte ich
in den Beutel,
der tagsüber
meinen Schlafsack
zusammenhielt,
und diente
mir so als
Kissen,
während
mein Schlafsack
im Swag
einen wärmenden
Schutz vor
der Kälte
draußen
darstellte.
Irgendwann
in der Nacht
kamen die
beiden Mechaniker
wieder zurück
und berichteten
Neil (und
mir, die
ich mich
schlafend
stellte),
daß
Nathan im
Krankenhaus
untersucht
worden sei
und er nichts
an seinem
angeblich
bewegungsunfähigen
Bein habe.
Die befürchtete
Infektion
sei reine
Einbildung
und sein
einziges
Problem
sei der
hohe Alkoholspiegel
im Blut.
Die beiden
übernachteten
zusammen
mit der
Freundin
eines der
beiden auch
noch in
unserem
Camp und
so ging
diese aufregende
Nacht mit
viel hin
und her
irgendwann
zu Ende.
Ich fühlte
mich wie
die Nebenrolle
in einer
Seifenoper!
Nachdem
wir um halb
neun morgens
aufgestanden
waren (nach
einer Nacht,
die bis
4.30 Uhr
mit Jubel,
Trubel,
Heiterkeit
aufzuwarten
hatte, ein
äußerst
früher
Termin!)
und ich
die Naturtoilette
aufgesucht
hatte, fuhren
wir nach
Leigh Creek
zum Krankenhaus,
wo wir Nathan
abholten,
der jetzt
ohne zu
humpeln
und angemessen
still geworden,
auch weiterhin
an der der
Tour teilnehmen
würde.Die
Stimmung
unter uns
war anfangs
noch etwas
gespannt,
denn es
hatten sich
natürlich
fast alle
von uns
mit Debbie
über
das Ausrasten
ihres Freundes
unterhalten
und wir
alle kannten
ihre Einstellung
zu dem Thema,
aber niemand
kannte Nathans
Version,
der nun
als der
Idiot
vom Dienst
dastand.
Mit der
Zeit sollte
sich das
aber wieder
geben, wohl
auch, weil
Debbie nicht
den Rest
der Tour
beibehielt,
was sie
vorher geschworen
hatte, nämlich
sich endgültig
von Nathan
zu trennen.
Von
Leigh Creek
aus sind
wir nach
Iga Warta
gefahren,
einem Resort,
das von
Aborigines
geführt
wird. Auf
dem Gelände
leben 7
Aboriginal
Familien,
die interessierten
Touristen
Gelegenheit
bieten,
auf ihrem
Gelände
zu campen
und während
ihres beliebig
langen Aufenthalts
mehr über
die Kultur
der Ureinwohner
zu erfahren.
Auf dem
Gelände
gibt es
einen Pool,
ein Trampoulin,
ein paar
Mietzelte,
einen kleinen
Laden und
- eine DUSCHE
(dem Herrn
seis
gedankt!)!
Nach
der erfrischenden
Dusche -
endlich
fühlte
ich mich
wieder mal
wie ein
Mensch und
nicht wie
ein im Dreck
lebendes
Stinktier)
- zeigte
uns Kingsley,
einer der
beiden Geschäftsführer
von Iga
Warta, auf
einem kurzen
Spaziergang
am lebenden
Objekt,
wovon sich
die Aborigines
früher
ernährten,
als sie
noch Nomaden
waren und
das Land
auf Nahrungssuche
durchstreiften.
Für
mich sahen
die Büsche,
die nahezu
alle entweder
Nahrung
oder Medizin
liefern,
alle gleich
aus und
die giftigen
hätte
ich nie
von den
ungiftigen
unterscheiden
können,
aber die
durchschnittliche
Lebenserwartung
der Aborigines
betrug vor
dem Eintreffen
der Weissen
in Australien
rund 100
Jahre, bevor
sie mit
der Nahrung
und der
Lebensart
der Weissen
konfrontiert
wurden.
Heute beträgt
ihre durchschnittliche
Lebenserwartung
nur noch
knappe 57
Jahre.
Die
Weissen
schleppten
bis dahin
unbekannte
Krankheiten
wie Grippe,
Masern,
usw. ein,
gegen die
das Immunsystem
der Aborigines
nicht ankam.
Die Weissen
nahmen sich
das Land,
das die
Aborigines
aus ihrer
eigenen
Sicht nicht
besaßen,
sondern
von dem
sie ein
Teil waren.
Gezwungen
dazu, an
einem einzigen
und
zumeist
auch unfruchtbaren
Ort zu bleiben
und das
Nomadenleben
aufzugeben,
weil die
Weissen
Grenzen
aufstellten,
die man
bislang
nicht kannte,
litten die
Aborigines
unter Hungerepidemien
und Wassermangel.
Aus der
Not heraus
begannen
sie, das
Vieh der
Farmer zu
stehlen,
was wiederum
dazu führte,
daß
man die
Viehdiebe
tötete,
was dem
Gesetz der
Weissen
nach kein
Mord, nicht
mal ein
geahndetes
Verbrechen,
war. Man
teilte den
Aborigines
Essrationen
aus Mehl,
Zucker und
Wasser zu,
was zu einseitiger
Nahrungsaufnahme
und ungesunder
Lebensweise
führte.
Eine
Rettungsmaßnahme
der Weissen
sah Ende
des 19.
Jahrhunderts
so aus,
daß
sie die
Kinder aus
ihren Familien
herausrissen
und in Missionsstationen
unterbrachten,
um sie zu
guten Christen
zu machen
und vor
dem Heidentum
zu beschützen.
Hier lernten
sie zwar
Englisch
und die
Lebensart
der Weissen,
aber sie
waren aus
ihrer eigenen
Kultur herausgerissen,
kannten
ihre Familien
nicht, ihre
Traditionen
blieben
ihnen unbekannt
und sie
gehörten
weder zu
der einen
noch zu
der anderen
Gruppe von
Menschen.
Die alten
Aborigines,
die bis
dahin die
Jungen immer
initialisiert
hatten,
d. h. Ihnen
die Traditionen
und Geschichten
ihres Volkes
beigebracht
hatten,
durften
die Kinder
nicht mehr
sehen oder
gar unterrichten
und so verloren
viele Aborigines
das Zugehörigkeitsgefühl
zu ihren
eigenen
Stämmen.
Sie überlebten
dadurch
zwar und
sicherten
den Fortbestand
ihrer Rasse,
aber sie
gehören
zur gestohlenen
Generation,
die völlig
allein im
Leben stehend,
keinen Kontakt
zu Familienangehörigen
hatten,
was sich
ihr Leben
lang und
auch Generationen
danach noch
auswirken
würde.
Dies
ist mit
ein Grund
dafür,
warum viele
Aborigines
heute völlig
orientierungslos
sind und
dem Alkohol
und anderen
Drogen verfallen.
Sie können
keinen Halt
in Familien
finden,
die es nicht
gibt, sie
werden von
den Weissen
nicht anerkannt
und auch
von den
eigenen
Leuten nicht,
denn sie
haben von
beiden Gruppen
kein Wissen
über
die Kultur
erhalten.
Und es ist
auch der
Grund dafür,
daß
ein Ort
wie Iga
Warta eine
Seltenheit
ist, denn
die meisten
Aborigines
kennen die
Geschichten
ihrer Ahnen
nicht mehr,
sie haben
keine Ahnung,
zu welchem
Stamm sie
gehörten,
sie bekamen
nie beigebracht,
wovon man
sich in
der Wüste
ernähren
kann. Es
gab zahlreiche
verschiedene
Stämme
von Aborigines
in Australien
und alle
sprachen
unterschiedliche
Sprachen,
konnten
sich also
untereinander
nicht verständigen.
Nachdem
man sie
verschleppt
hatte und
ihnen verboten
hatte, ihre
Muttersprache
zu sprechen,
verloren
sie jeglichen
Bezug zu
ihren Familien
und ihrem
Ursprung,
was eine
Rückkehr
Generationen
später
nahezu unmöglich
machte.
Am
Abend luden
uns unsere
Aboriginal
Gastgeber
ein, an
ihrem Lagerfeuer
mit ihnen
zu essen
und zu singen.
So, wie
früher
die Kinder
unterrichtet
wurden,
so bekamen
nun wir
die alten
Geschichten
erzählt,
in denen
man erfährt,
wie nach
dem Glauben
der Aborigines
die Welt
erschaffen
wurde. Auf
meine Bitte
hin sangen
sie auch
ein Lied
in ihrer
eigenen
Sprache,
das nur
von dem
Gegeneinanderschlagen
von Holzstücken
begleitet
wurde. Natürlich
verstand
ich davon
kein Wort,
aber ich
fand es
interessant,
auch einmal
die echte
Aborigine
Musik zu
hören
und nicht
nur die
Geschichten,
die in westliche
Musik verpackt
waren, so
daß
auch wir
und unser
Musikgeschmack
Gefallen
daran finden
konnten.
Und so wie
früher
die Kinder
des Stammes
sollten
nun wir
mitsingen
und -tanzen,
und es wurde
ein langer,
wunderschöner,
romantischer
und lustiger
Abend unter
einem klaren
Nachthimmel,
der sich
in Australien
mit Milliarden
von Sternen
und Lichtern
offenbart.
In
dieser Nacht
habe ich
zum ersten
Mal gut
geschlafen
in meinem
Swag und
ich fing
an, die
Tatsache,
daß
sich der
Sternenhimmel
über
meinem
Bett
spannte,
zu genießen.
Zum Glück
ziehen sich
die tagsüber
extrem lästigen
Millionen
von Fliegen
in der Nacht
zurück.
Jetzt, in
der Nacht,
hatten wir
endlich
die Freiheit,
unser Gesicht
der kühlen
Nachtluft
und dem
von Fliegen
ungestörten
Himmel zuzuwenden,
ein Luxus,
den man
im Outback
schnell
anfängt
mehr zu
achten als
alle 5-Sterne-Hotels
der Welt!
Nach
einer langen
Fahrt und
einem kurzen
Halt an
einem Aussichtspunkt
mit dem
wohlklingenden
Namen Razorback
Lookout
(Rasierklingen-Ausblick),
gelangten
wir am nächsten
Tag zum
Lake Eyre,
einem riesigen
Salzsee,
der aufgrund
der vergangenen
starken
Regengüsse
zwei Wochen
zuvor noch
voller Wasser
war. Dieses
Ereignis
fand laut
meines Reiseführers
seit der
Eroberung
der Weissen
von Australien
erst dreimal
statt, wahrscheinlich
war dieses
das vierte
Mal, aber
als wir
da waren,
war das
Wasser bereits
wieder stark
zurückgegangen
und von
dem Leben,
das den
See bevölkert,
wenn er
Wasser führt,
war nichts
mehr zu
sehen. Die
Kröten,
die sich
jahrelang
im Grund
verbuddeln
und in einer
Art feuchtem
Kokon leben,
bis der
See das
nächste
Mal Wasser
führt,
waren längst
wieder unter
der Oberfläche
verschwunden.
Wir wanderten
sehr lange
durch den
stark salzhaltigen
Schlamm,
um an den
Rand des
restlichen
Wassers
zu gelangen.
Der Schlamm,
der einen
wie ein
Sumpfgebiet
immer weiter
nach unten
zog, sobald
man stehenblieb,
machte das
Gehen sehr
anstrengend
und als
wir den
Wasserrand
erreicht
hatten,
wurde es
immer schlimmer.
Die tiefste
Stelle des
Sees soll
25 m unter
dem Meeresspiegel
liegen,
aber dies
konnte man
weder sehen
noch erahnen.
Der Blick
über
das Wasser
machte den
Eindruck
wie eine
Fata Morgana
auf mich,
mitten in
der Wüste
sah man
plötzlich
Wasser schimmern,
in einer
unglaublichen
weiten flachen
Landschaft.
Die brüllende
Hitze, die
stechende
Sonne und
die Fliegenschwärme
taten das
ihre dazu,
sich entsprechend
ausgelaugt
und dem
Tode nahe
zu fühlen,
um den filmreifen
Gedanken
an eine
Fata Morgana
und einen
tagelang
in der Wüste
umherirrenden
Verdurstenden
nicht ausschließen
zu können.
Als
ich den
Wagen wieder
erreichte,
war ich
zeitweise
bis zu den
Knöcheln
im Schlamm
eingesunken
und meine
Schuhe waren
ca. 1 kg
schwerer
als vorher,
soviel Schlamm
klebte an
ihnen. Ich
war fest
davon überzeugt,
daß
ich meine
Wanderstiefel
nun endgültig
hingerichtet
hätte,
aber sie
halten eine
Menge aus,
wie sich
später
herausstellen
sollte.
Wir
machten
uns also
auf, um
in Williams
Creek das
Williams
Creek Hotel,
einem berühmt-berüchtigten
Bushpub
(Buschkneipe)
zu besuchen.
So schnell
sollte uns
dies allerdings
nicht gelingen,
denn noch
war nicht
aller Tage
Abend...
Unser
Auto, das
uns bereits
zweimal
seit Beginn
dieser Tour
morgens
im Stich
lassen wollte
und sich
nur mit
Mühe
und Not
und durch
Anschieben
dazu überreden
ließ,
wieder anzuspringen,
versagte
uns seine
Dienste
mitten in
der Fahrt
und blieb
inmitten
der Wüste
einfach
stehen.
Vor uns
und hinter
uns erstreckte
sich die
endlos lange
Buckelpiste
aus Staub
und Steinen
und unsere
lieben Freunde,
die Fliegen,
ließen
auch nicht
lange auf
sich warten,
ehe sie
uns witterten.
Nachdem
wir ca.
½
Stunde ratlos
vor unserem
Wagen standen
und auch
Neil nicht
weiter wußte,
wie er den
Wagen nun
wieder zum
weiterfahren
bringen
könnte,
kam ein
großer
Tourenbus
der Konkurrenzfirma
Groovy
Grape Tours
vorbei und
hielt an,
um uns Hilfestellung
zu geben.
Der Fahrer,
ein ehemaliger
Fahrer bei
Heading
Bush Tours,
also ehemaliger
Kollege
von Neil,
fand ebenfalls
keine Lösung
für
das Problem
an unserem
Wagen, aber
er wußte
einen anderen
Lösungsweg:
Wir, seit
zwei Tagen
nicht mehr
geduscht
und dementsprechend
geruchsintensiv
und von
Lake Eyre
noch schlammverklebt,
sollten
in den Luxusbus
mit Klimaanlage
und lauter
adretten
jungen sauberen
und entspannten
Touristen
klettern,
um mit ihnen
zusammen
nach Williams
Creek zu
fahren.
Ihr Bus
weckte -
zumindest
in mir -
leichte
Neidgefühle,
denn ihre
Sitze, normale
Reisebussitze,
versprachen
Gemütlichkeit
auch über
Tausende
von Buckelpistenkilometern
und die
Klimaanlage
sorgte zumindest
für
die Zeit
im Bus für
angenehme
Temperaturen.
Da
standen
wir also,
ich mit
Zahnbürste
und Bürste
in der Hosentasche,
einem dicken
Pullover,
meiner Handtasche
mit den
wichtigen
Reisepapieren
und meinem
Schlafsack
unterm Arm,
in diesem
Luxusbus
und wollten
gar nicht
darüber
nachdenken,
ob wir für
fremde Nasen
wirklich
so rochen,
wie wir
uns das
vorstellten.
Die Luxustouristen
erzählten
uns von
den Schwierigkeiten
im Outback
und wie
anstrengend
die Tour
sei und
daß
sie alle
froh seien,
wenn sie
nach 6 Tagen
endlich
wieder in
einer richtigen
Stadt seien.
Wir hielten
uns zurück,
über
unsere Erfahrungen
zu sprechen
und davon,
daß
wir 10 Tage
lang unterwegs
sein würden
in einem
absolut
unluxuriösen
Gefährt
ohne Klimaanlage
und ohne
allzu häufige
Duschen.
Allerdings
verlieh
uns ihre
Schilderung
das Gefühl,
echte Outbacker
zu sein,
die nichts
mehr erschüttern
konnte.
Ein gewisser
Stolz schlich
sich ein,
was wir
bislang
alles überlebt
hatten.
Bei
Ankunft
in Williams
Creek, nachdem
ich meine
vom ständig
offenen
Fenster
in unserem
Jeep nahezu
verfilzten
Haare in
einer halbstündigen
Aktion versucht
hatte, mit
Hilfe der
Bürste
zu so etwas
ähnlichem
wie einer
Frisur hinzubiegen,
waren wir
in dem Pub
bekannt
wie bunte
Hunde in
der Stadt.
Jeder der
uns sah,
fragte als
erstes,
ob wir etwa
zu der Gruppe
gehörten,
die in der
Wüste
liegen geblieben
sei, und
wenn man
dies bejahen
konnte,
war man
ein Held.
Die Tatsache,
daß
wir weder
wußten
ob und wann
Neil es
schaffen
würde,
unseren
Wagen zu
reparieren
und wann
er hier
eintreffen
würde,
daß
wir nicht
wußten,
wo wir übernachten
sollten
oder wie
lange wir
hier sein
würden,
war für
die meisten,
die sich
selbst entweder
zu abenteuerlustigen
Touristen
zählten
oder aber
hier arbeiteten,
eine unglaubliche
Vorstellung.
In
dem Pub
hielt sich
ein buntgemischtes
Völkchen
auf, neben
den zweibeinigen,
zumeist
bei unserer
Ankunft
gegen 17.00
Uhr bereits
völlig
betrunkenen
Einheimischen
und Touristen
gesellten
sich, je
später
es wurde,
immer mehr
Käfer
aller Art,
bis schließlich
der Boden
des Pubs
nur noch
so zu wimmeln
schien.
Man hatte
Angst, wenn
man zu lange
an einem
Ort stehen
blieb, würde
man sich
irgendwann
von selbst
wegbewegen,
weil einen
die Käfer
unter den
Füßen
wegtragen
könnten.
Ich ignorierte
den Anblick
und dachte
nicht darüber
nach, was
alles an
meinen Beinen
im Laufe
des Abends
hinaufkrabbeln
würde.
Ein paar
Bier auf
nüchternen
Magen halfen
mir auch
dabei, diese
Vorstellung
erfolgreich
zu verdrängen.
Wenn
Menschen
sich mitten
im Nichts
in einem
Pub versammeln,
ist es nie
schwer,
Kontakt
zu finden
und so befand
ich mich,
kurz nachdem
ich an der
Theke ein
Bier bestellt
hatte, mitten
im Gespräch
mit einem
Australier
aus Melbourne
und einem
Amerikaner
aus Seattle.
Beide waren
zwar ebenfalls
nicht mehr
ganz nüchtern,
aber sie
waren sehr
nett und
wir unterhielten
uns lange.
Rick, der
Amerikaner,
war ein
wenig durchgeknallt,
hatte vor
fünf
Monaten
nach seiner
Scheidung
sein Haus
verkauft,
von dem
Erlös
2000 $ auf
sein Konto
als Reserve
in den USA
zurückgelassen
und den
Rest des
Erlöses
von insgesamt
angeblich
50.000 $
für
seinen Australientrip
eingeplant.
Er hatte
sich sich
einen Campervan
gemietet
und fuhr
seitdem
auf eigene
Faust und
ohne Begleitung
im Land
hin und
her. Außerdem
wußte
er noch
nicht, was
er machen
sollte,
wenn er
wieder in
die USA
zurückgekehrt
sei. Er
hatte ein
Angebot,
als Lehrer
nach China
zu gehen
und so hatten
wir natürlich
einen Gesprächsstoff,
der den
ganzen Abend
vorhielt.
In
dem Pub
liefen eine
Menge Rauhbeine
herum und
allein an
diesem einen
Abend, den
wir uns
dort aufhielten,
fanden zwei
Schlägereien
statt. Wie
aus dem
Nichts erhob
sich dann
plötzlich
lautes Geschrei
und Der
Australier
und Rick
retteten
mich jedesmal,
indem sie
sich vor
mich stellten
und flugs
hinausbeförderten,
damit mir
ja nichts
zustoße.
Da
die Küche
in dem Pub
(angesichts
der zahlreichen
Käfer,
die sich
schon allein
vor der
Küche
aufhielten
gottseidank)
bereits
geschlossen
war, lud
uns unsere
Rettungsreisegesellschaft
Groovy Grape
ein, ihre
Reste zu
verspeisen.
Lasagne
und Fritten
zum Abendessen,
vollklimatisierter
Bus, täglich
eine Dusche,
mein Neid
regte sich
wieder in
mir...
Nachdem
wir vier
Stunden
im Pub von
Williams
Creek jeder
Schlägerei
erfolgreich
ausgewichen
waren und
ein Bier
nach dem
anderen
spendiert
bekommen
hatten,
tauchte
Neil mit
unserem
reparierten
Wagen und
unseren
Swags wieder
auf. Es
war mittlerweile
halb zwölf
und trotz
meist angenehmer
Gesellschaft
war ich
froh, als
der restliche
Verlauf
unserer
Reise wieder
geregelte
Bahnen anzunehmen
schien und
ich nicht
in diesem
interessanten,
aber doch
etwas rauhen
Wüstenpub
für
die restliche
Zeit meines
Urlaubs
gestrandet
sein würde.
Gegen
halb eins
krochen
wir endlich
in unsere
Swags und
waren schon
dankbar
für
unsere dünnen
Matratzen
und ein
behelfsmäßiges
Swagdach
über
dem Kopf.
Unser
Weg führte
uns am
nächsten
Morgen nach
Coober Pedy,
einer Opalminenstadt,
deren Einwohner
fast ausschließlich
in Wohnungen
unter der
Erde leben.
Ihre Wohnungen
sind zwar
unterirdisch,
aber dennoch
hell und
freundlich.
Die Bürger
von Coober
Pedy kaufen
sich ein
Grundstück
und können
dies innerhalb
der Grundstücksgrenzen
soweit aushöhlen,
wie sie
wollen.
Ihre Wohnungen
sind daher
oft sehr
groß,
weil sie
einfach
nur weitergraben
müssen,
um ein Zimmer
anzubauen.
Die meisten
von ihnen
arbeiten
in den Opalminen,
die restlichen
bei der
Polizei
(deren Einzugsgebiet
riesig ist
und fast
das gesamte
Outback
abdeckt)
oder im
Tourismus.
Wir
machten
Halt an
einem Picknickplatz,
der ebenso
Duschen
zur Verfügung
stellte,
und der
zu einer
Mischung
aus Tourismusbüro
und Opalverkaufsstelle
gehörte.
Die Verkäuferin
in dem Opal-Juweliergeschäft
zeigte uns
sowohl,
wie Opale
gefördert
und anschließend
bearbeitet
werden,
als sie
uns auch
eine geführte
Tour durch
Coober Pedy
bot, für
die sie
zu uns in
den Wagen
kletterte
und Neil
uns zu den
Stellen
fuhr, wo
wir die
Attraktionen
von Coober
Pedy gezeigt
bekamen.
Wir besichtigten
unter anderem
eine unterirdische
Kirche,
eine unterirdische
Vorzeigewohnung
mit Swimmingpool
und eine
stillgelegte
Opalmine.
Wir
übernachteten
in der Painted
Desert,
einer sehr
farbigen
Wüste
und der
atemberaubende
Sonnenuntergang
wurde nur
durch die
Tatsache
geschmälert,
daß
wir in der
Nacht unsere
Swags mit
zahlreichen
Käfern
und Kriechtieren
aller Größen
und Arten
teilen sollten.
Sobald man
einen Schritt
auf dem
Boden ging,
sprangen
zahlreiche
Grashüpfer
und andere,
gigantische
Käferarten
vor einem
her. Beim
Feuerholzsammeln
sah ich
ein merkwürdiges,
etwa 5 cm
langes Vieh,
das aussah
wie ein
Stück
trockener
Ast, aber
als ich
darauf zuging,
bewegte
es sich
langsam
fort. Ein
riesiger,
etwa 12
cm langer,
Tausendfüßler
(oder was
auch immer!)
kroch zielstrebig
auf meinen
Swag zu
als ich
mich schlafen
legte und
verschwand
darunter.
Am nächsten
Morgen sagte
Neil, diese
Tierchen
würden
beißen
und üble
Entzündungen
hervorrufen.
Mich hat
er nicht
gebissen,
aber hätte
ich das
gewußt,
bevor er
unter meinen
Swag gezogen
ist, wäre
ich umgezogen!
Am
nächsten
Tag machten
wir Halt
an einem
wunderschönen
Billabong
(Wasserloch),
das wirklich
aussah wie
aus dem
Bilderbuch.
Zum Schwimmen
konnte mich
diese Schönheit
jedoch nicht
überreden
und so stapfte
ich im kniehohen
Wasser nur
herum und
genoß
die Abkühlung.
Allerdings
überzeugte
mich das
Auftauchen
einer Schlange,
die durch
meine Beine
hindurchschwimmend
in den Tiefen
des Billabongs
verschwand,
davon mich
aus dem
Wasser zurückzuziehen
und anderen
die Begegnung
mit den
natürlichen
Bewohnern
des Paradieses
zu überlassen.
Das Wissen
darum, daß
Wasserschlangen
in der Regel
ungiftig
sind, beruhigte
mich auch
nicht sonderlich.
Danach
fuhren wir
ohne Unterbrechung
zu unserem
Lagerplatz
für
die kommende
Nacht, kurz
vor Marla,
dem Ende
des Oodnadatta
Tracks.
Schon abends,
als wir
noch am
Feuer saßen
und uns
die üblichen
Geschichten
erzählten,
sahen wir
in der Ferne
über
Marla Blitze
zucken und
Neil sagte
uns, das
Unwetter
tobe weit
entfernt
über
Marla, kein
Grund zur
Sorge. Dennoch
weckte er
uns dann
plötzlich
alle wieder
auf, als
wir schon
in unseren
Swags lagen
und schliefen.
Es hatte
angefangen
zu regnen.
In Windeseile
wurde die
große
Plane wieder
vom Wagen
heruntergeholt,
in Ermangelung
eines großen
Astes diesmal
auf dem
Boden ausgelegt
und die
Swags dicht
nebeneinanderliegend
draufgelegt.
Die Kopfseiten
der offenen
Seite zugewandt,
wurde dann
die unbesetzt
Hälfte
der Plane
über
die Swags
gezogen,
so daß
wir ein
Dach
über
dem Kopf
hatten.
Zum Glück
hatte ich,
die ich
noch nicht
richtig
geschlafen
hatte, bei
dem Aufruf,
mir gleich
einen Platz
an der Ecke
gesichert,
so daß
ich Luft
von rechts
und oben
bekam. Anderenfalls
hätte
ich es unter
der Plane,
unter der
es feucht,
stickig
und heiß
wurde, nicht
ausgehalten.
Drei von
uns zogen
in der Nacht
um und schliefen
im Auto,
weil sie
nicht atmen
konnten
unter der
Plane. Wider
Erwarten
schlief
ich aber
hervorragend,
durch den
Regen blieben
alle sonst
so aktiven
Käfer
weg und
so schlief
ich bis
acht Uhr,
als alle
anderen
bereits
auf den
Beinen war.
Mein Pech
war, daß
für
mich auf
diese Art
das Frühstück
ausfiel.
Aber endlich
fühlte
ich mich
wenigstens
noch einmal
ausgeschlafen.
Langsam
wurde ich
mir auch
darüber
bewußt,
welche Erfahrung
sich hier
im Outback
mir am meisten
einprägen
würde.
Ich lernte,
daß
man mit
allem klarkommen
kann, wenn
man muß,
daß
ich mich
an all das
gewöhnt
hatte und
damit leben
konnte und
- ich fühlte
mich wohl
und glücklich.
Trotzdem
ich von
oben bis
unten von
allen möglichen
Viehchern
zerstochen
war, kaum
eine Nacht
durchschlief
und täglich
irgendeine
Fastkatastrophe
über
uns hinwegfegte,
war ich
durch und
durch glücklich!
In der ersten
Nacht sträubte
ich mich
dagegen,
in einen
Swag zu
klettern,
weil ich
die Vorstellung,
draußen
zu schlafen
einfach
unerträglich
fand. Die
Naturtoilette
war eine
echte Herausforderung
und anfangs
versuchte
ich immer
solange
einzuhalten,
bis wir
endlich
an einer
Tankstelle
Halt machten,
um ein Klo
aufzusuchen.
Und jetzt,
nach fast
7 Tagen
Leben als
Landstreicher,
war mir
das alles
egal und
ich konnte
auch noch
dann in
meinem Swag
schlafen,
wenn mir
der Regen
auf den
Pelz fiel.
Schmutzig
war ich
ohnehin,
das konnte
sich durch
den Regen
höchstens
bessern
und schlafen
muß
der Mensch,
ebenso wie
essen, auch
wenn Millionen
von Fliegen
auf dem
Essen sitzen,
aber man
wird das
überleben.
Das heißt
natürlich
nicht, daß
ich ewig
so leben
möchte,
aber für
einige Zeit
hält
man es gut
aus und
gewöhnt
sich daran,
seine Klamotten
nicht wechseln
zu können
und die
Haare nicht
zu waschen
und in den
Himmel zu
stinken.
Zu diesem
Zeitpunkt
war der
hygienische
Höhepunkt
eines jeden
Tages die
neue Slipeinlage
und mir
war es völlig
egal geworden,
weil wir
alle in
der Gruppe
nicht anders
lebten.
Am
nächsten
Tag fuhren
wir eine
schier endlose
Strecke
bis zu unserem
nächtlichen
Lagerplatz,
der den
Blick auf
den Ayers
Rock und
die Olgas
freigab.
Die Erde
hier war
wirklich
weicher
roter Sand,
und dies
machte die
Nacht -
von den
zahllosen
Mücken,
die mich
umschwirrten
mal abgesehen
- zu einer
der bequemsten,
denn keinerlei
Steine oder
sonstige
Unebenheiten
im Boden
machten
das Liegen
im Swag
zu derharten
Tatsache
wie in den
bisherigen
Nächten.
Wir
saßen
abends bis
zum Sonnenuntergang
auf dem
Hügel,
auf dem
wir in der
Nacht auch
schlafen
würden,
und sahen
dem Farbenschauspiel
in den Olgas
und auf
dem Ayers
Rock zu.
Aus dem
Swag heraus
haben wir
am nächsten
Morgen den
Sonnen
aufgang
über
dem Ayers
Rock beobachtet.
Nachdem
wir unser
Lager aufgeräumt
und alles
wieder im
Anhänger
verstaut
hatten,
fuhren wir
zu den Olgas,
dem zweitberühmtesten
Felsen im
Outback
Australiens.
Hier machten
wir einen
Spaziergang
durch das
Wind Valley.
Mittlerweile
war ich
soweit,
daß
ich auch
ganz gern
nochmal
allein sein
wollte und
so ließ
ich die
anderen
in die Berge
vorstürmen
und hielt
mich ein
wenig abseits,
um das Alleinsein
zu genießen.
Wir waren
nun mittlerweile
seit acht
Tagen 24
Stunden
täglich
mit ein
und derselben
Gruppe zusammen
und ich
genoß
die Augenblicke,
die ich
für
mich hatte
und nicht
pubertierenden
19jährigen
über
ihre suizidgefährdete
Kindheit
zuhören
mußte,
sondern
einfach
mal ICH
sein konnte.
Danach
fuhren wir
weiter zum
Aboriginal
Cultural
Center im
Uluru Nationalpark.
Ich war
aber ziemlich
enttäuscht
davon, denn
außer
Bildern
und aufgeschriebenen
Geschichten,
ein paar
Videos,
die abgespielt
wurden und
ein paar
Geschichten,
die über
Lautsprecher
auf Knopfdruck
erzählt
wurden,
bestand
das Center
nur aus
Läden
und Restaurants.
Ich bekam
keinen einzigen
Aborigine
zu Gesicht,
was ich
mir darunter
eigentlich
vorgestellt
hatte.
Die
Anangu sind
der hiesige
Stamm der
Aborigine,
der für
Ayers Rock
und die
Olgas zuständig
ist, seit
man ihnen
das Gebiet
des Nationalparks
1985 zugesprochen
hat. Seitdem
ist der
Ayers Rock
offiziell
im Besitz
der Anangu
und sie
erhalten
außerdem
eine Pachtzahlung
der australischen
Regierung
sowie 20%
der Eintrittsgelder
des Parks.
Der Eigentum
wurde ihnen
für
99 Jahre
überschrieben,
nachdem
man jahrelang
ihre Gesetze
und Rechte
mißachtet
und ihren
Lebensraum
zerstört
hatte. Für
den Glauben
der Anangu
bedeutet
das Betreten
und sogar
Fotografieren
vieler Orte
um Ayers
Rock und
die Olgas
herum einen
Gesetzesbruch,
denn nur
die Alten
mit besonderem
Wissen durften
z. B. auf
den Ayers
Rock hinaufklettern,
um dort
religiöse
Rituale
abzuhalten.
Andere Stellen
am Ayers
Rock sind
nur für
Frauenrituale
bestimmt
und Männer,
die darauf
schauen,
begehen
eine Sünde,
ebenso Frauen,
die auf
die Orte
schauen,
die den
Männern
vorbehalten
sind. Deshalb
bitten die
Anangu die
Weissen,
ihre Gesetze
zu achten
und zumindest
den anstrengenden
Kletterakt
auf den
Ayers Rock
hinauf zu
unterlassen.
Verbieten
können
sie dies
aber nicht,
da man Angst
hat, mit
dem Verlust
dieser Haupttouristenattraktion,
die in den
letzten
10 Jahren
35 Menschen
das Leben
gekostet
hat, würde
der Touristenstrom
hier zurückgehen
und somit
eine ergiebige
Einnahmequelle
verloren
gehen. Täglich
kommen 1000
Leute in
diesen Nationalpark
und viele
quälen
sich an
ein Geländer
aus Drahtseil
geklammert
den Berg
hoch, was
es den Höhepunkt
ihres Australienurlaubs
darstellt.
Was
ich den
Aborigines
vorwerfe,
ist ihre
absolute
Nichtpräsenz.
Während
unseres
gesamten
Aufenthalts
im Nationalpark
sah ich
keinen einzigen
von ihnen,
dabei bin
ich davon
überzeugt,
wenn die
Bitte, den
Berg nicht
zu besteigen,
persönlich
ausgesprochen
würde
von denen,
denen es
wichtig
ist, würden
sich mehr
Touristen
davon überzeugen
lassen.
So aber
liest man
nette Geschichten,
die man
als Nichtaborigine
nicht versteht,
sieht sich
ein paar
Bilder an
und liest
die Bitte,
nicht zu
klettern,
aber wer
wirklich
davon überzeugt
ist, auf
den Berg
zu wollen,
wird sich
davon nicht
abhalten
lassen.
Nach
dem Besuch
im Aborigine
Cultural
Center sind
wir zum
Sunset Viewing
Point gefahren,
einem riesigen
Parkplatz,
auf dem
bereits
jede Menge
Touristenbusse
standen.
Der Sonnenuntergang
am Ayers
Rock ist
das beeindruckendste
Naturschauspiel,
das ich
von Australien
in Erinnerung
behalten
werde. Ayers
Rock, der
sich mitten
in der Wüste
330 m in
die Höhe
reckt, wird
genauso
rot, wie
er auf Postkarten
immer dargestellt
wird, sobald
die Sonne
untergeht.
Es ist atemberaubend
schön
mit anzusehen!

Anschließend
sind wir
zu unserem
Lager vom
Vortag gefahren,
wo wir ein
zweites
Mal übernachten
wollten,
um dann
am nächsten
Morgen bereits
früh
zum Ayers
Rock zu
fahren,
wo einige
von uns
hinaufklettern
wollten
und andere
einige der
Spazierrundwege
abgehen
wollten.
Am
nächsten
Morgen fuhren
wir endlich
zum Höhepunkt
unserer
Outbacktour,
dem Ayers
Rock, den
drei von
uns besteigen
wollten.
Ich nahm
an einem
geführten
Spaziergang,
dem Marla
Walk teil,
bei dem
ein Ranger
uns erklärte,
wie die
Aborigines
hier früher
an ihrem
heiligen
Berg gelebt
und gejagt
haben.
Das
letzte Mal
übernachtet
haben wir
in einer
Art Heidelandschaft
mit vielen
Bäumen,
Spinifex-Dorngestrüpp
und Ameisen.
Meine Sandalen
tauschte
ich bald
nach unserer
Ankunft
gegen die
festen Stiefel
ein, um
ein vorzeitiges
Gefressenwerden
oder wahlweise
Verrücktwerden
zu verhindern.
In dieser
Nacht war
die Herausforderung,
nachdem
wir bereits
mit Regen,
Sturm, Hitze,
Käfern,
Fliegen
und Obdachlosigkeit
gekämpft
hatten,
der Kampf
gegen kribbelnde
Ameisen
im Schlafsack.

In
der Nacht
kämpfte
ich dann
ziemlich
erfolglos
gegen die
zahllosen
kribbelnden
Ameisen
auf meinem
eh schon
von Mückenstichen
übersäten
Körper
an und hoffte,
daß
sich wenigstens
kein Skorpion
von ungefähr
5 cm Größe,
wie wir
ihn zuvor
am Feuer
gefunden
hatten,
in meine
mir heilige
und vor
Müdigkeit
äußerst
wichtige
Schlafstätte
verlaufen
würde.
Am
Morgen sind
wir alle
mit noch
mehr Mückenstichen
und Ameisenbissen
als am Vortag
übersät
zum Kings
Canyon,
nördlich
von Ayers
Rock, gefahren.
Caren
und ich
haben eine
Wanderung
von 1 km
in den Canyon
hinein bis
ans Ende
und zurück
unternommen,
der sehr
schöne
Natur zu
bieten hat,
aber lange
nicht so
eine Extremklettertour
darstellt
wie die
große
Tour, zu
der unsere
Mitreisenden
sich aufgemacht
hatten.
Der
Tag endete
mit unserer
letzten
vierstündigen
Marathonstrecke
über
einsame
Buschstraßen
Richtung
Alice Springs.
Nachdem
wir kurz
vor Alice
Springs
noch einmal
angehalten
hatten,
um für
jeden zum
Abschied
ein Gruppenfoto
zu machen,
erreichten
wir gegen
18.00 Uhr
unser von
Neil gebuchtes
Motel. Nach
einer langen
Dusche,
mit der
aller Staub
und auch
ein großer
Teil der
Farbe, die
sich als
roter Sand
und nicht
die erhoffte
Bräune
herausstellte,
herabgewaschen
wurde und
dem Aussortieren
von unserem
Gepäck,
in dem sich
immer noch
Käfer,
Ameisen,
Sand und
Staub wie
zu Hause
fühlten,
begannen
wir uns
wieder wie
zivilisierte
Menschen
zu fühlen,
was wir
durch frisch
gewaschene
Haare, strahlenden
Teint und
halbwegs
saubere
Klamotten
erkennen
ließen.
Den Buschcamper
konnte man
nur noch
an den zahlreichen
Blessuren
und Insektenstichen
erahnen.
Am
nächsten
Morgen flogen
wir per
2stündigen
Flug nach
Cairns,
wo der dritte
Abschnitt
unseres
Urlaubs,
Prädikat
luxuriös,
begann.
Zum
Dritten
Teil
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