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Mein Name ist Jimmy Kater und ich wurde irgendwann im September 1999 in Peking, VR China geboren. Meine Dosine Mona lebte zu der Zeit in Peking und hatte sich fest vorgenommen, eine Samtpfote bei sich zu Hause aufzunehmen. Ich glaube, sie brauchte einfach etwas Gesellschaft in der fremden Welt. Sie hat mir ein zu Hause gegeben, als niemand sonst mich haben wollte. Meine Mama war die Hauskatze einer chinesischen Familie gewesen, bis zu dem Zeitpunkt, als sich herausstellte, daß sie trächtig war. Sie wurde mit einem Fußtritt vor die Tür gesetzt und dann von chinesischen Tierschützern aufgegriffen, die sie bei sich behielten. Ein paar Wochen später kam ich zusammen mit meinen drei Geschwistern zur Welt. Unsere Retter haben dafür gesorgt, daß es uns allen gut geht, indem sie drei von uns an liebe neue Besitzer vermittelten und meine Schwester "Flocati", von der Mona noch berichten wird, selbst bei sich aufnahmen. Flocati war leider keine einfache Persönlichkeit und verschiedene Schwierigkeiten führten dazu, daß sie nach der Adoption wieder zu unseren Rettern zurückgebracht wurde. Sie lebt bis zum heutigen Tage noch bei ihnen und dank ihrer Bereitschaft zu helfen, ist ihr ein schlimmeres Schicksal erspart geblieben. Meine beiden anderen Geschwister sind beide an Diplomaten vermittelt worden, so wie ich dann ja auch. Wir sind also eine ziemlich reiselustige Familie, kann man sagen. Einer meiner Brüder ist bei japanischen Diplomaten untergekommen, der wird wohl in der Zwischenzeit fließend japanisch maunzen. Ich hoffe bloß für ihn, daß seine Besitzer nicht glauben, er sei eines dieser Tamagochi Dinger, die einen Schalter haben, an denen man sie ein- und ausschalten kann...

Mona hat offensichtlich etwas von einem Vagabunden, denn wir ziehen sehr oft um. Ich kann mich schlecht dagegen wehren, aber nachdem wir das nun bereits einmal so gut hingekriegt haben, habe ich auch keine Angst vor dem nächsten Mal. Das war alles nur halb so schlimm als ich es mir in meinen kühnsten Phantasien vorgestellt hatte! Und wer kann schon von sich behaupten, eine echte Diplomatenkatze zu sein?

Nachdem Mona mich zu sich geholt hatte, haben wir noch fast 2 Jahre in Peking gelebt. Es war für mich eine sehr schöne Zeit, denn obwohl Mona oft und lange in Urlaub gefahren ist und nicht für mich da sein konnte, hatte ich immer ganz liebe Leute, die sich um mich kümmerten. Zum einen war da unsere Ayi, die Putzfrau, oder besser gute Seele des Hauses. Sie kam jeden Tag und hat mich gefüttert und ist sogar manchmal nachts bei mir geblieben, wenn Mona weg war. Und die vielen netten Kollegen, die notfalls auch zu mir zogen, wenn Mona zu lange weg blieb, um mich ganz allein zu lassen.

Aber nach zwei Jahren hieß es Abschied nehmen von meiner Heimat und wir packten unsere Sachen, um in Richtung New York zu ziehen. Hier leben wir jetzt seit August 2001. Eine Standzeit ist vier Jahre, dann heißt es wieder auf zu neuen Ufern.

Zwischen Peking und New York habe ich bei Mama und Papa in Deutschland gelebt. Da war es sehr schön, die waren fast immer zu Hause und ich mußte nie alleine bleiben. Aber während der Zeit habe ich Mona schon ein bißchen vermißt und darum war ich dann auch ganz froh, als sie mich wieder zu sich holte. Am liebsten hätte ich Mama und Papa davon überzeugt, mit nach New York zu kommen, aber das wollten sie leider nicht.

Bei Mona ist das Leben etwas anders, denn tagsüber muß ich alleine zu Hause bleiben. Sie meint aber, einer muß für unser Futter sorgen. Meistens schlafe ich tagsüber, dann fällt das Warten auf sie nicht so schwer. Sie ist dann abends immer bei mir und wir spielen Fangen und Nachlaufen und Fellmäusejagen und Fußball und Verstecken usw. Am Wochenende verbringen wir die meiste Zeit miteinander und ich freue mich immer die ganze Woche schon darauf, sie ganz für mich zu haben.

Wenn ich mir überlege, daß ich ohne sie immer noch in China leben würde, gefällt es mir doch bei ihr viel besser. Man hört ja grausige Geschichten über meine armen Artgenossen dort... Ich glaube, es ist gar nicht so schlecht, eine "Diplomatenkatze" zu sein, das Reisen in der ganzen Welt findet ja gottseidank nur alle vier Jahre statt!

Im Sommer 2005 steht uns der nächste Umzug bevor. Wohin wissen wir noch nicht, man darf also gespannt sein. Vielleicht wird es ja zur Abwechslung mal einfach nur Deutschland - für mich schließlich auch ein fremdes Land. Aber es stehen alle Kontinente als Möglichkeit offen - okay, der Südpol nun nicht gerade... ;-) Ich werde Euch wissen lassen, was es wird, sobald wir selbst mehr wissen! Versprochen.

Dezember 2004

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