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Kapitel 3 - Ginny findet eine Katze
Einmal bei mir in der Wohnung angekommen,
machte es sich Ginny sofort gemütlich. Die kleine Töle
war kein bißchen scheu oder zeigte vor irgendetwas Angst,
sondern war ausgesprochen neugierig auf alles Neue. Sie bewegte
sich langsam und beschwerlich von einem Raum in den anderen, inspizierte
alles mit Augen und Nase. Sie untersuchte jedes Einzelteilchen meines
Mobiliars, lauerte hinter Vorhängen und schnüffelte in
jeder Ecke. Dabei sah sie sich immer wieder um, um sicher zu gehen,
daß ich imer noch bei ihr war. Das war ich, jedesmal, wenn
sie mich ansah. Mir kam der Gedanke, daß sich Ginny in ihrer
ersten Nacht im neuen Zuhause einsam fühlen könnte. Heute
Nacht wäre sie das erste mal seit langer Zeit ohne die Gesellschaft
mindestens eines anderen Tieres. Im Tierheim hatte sie ihre Jungen
und als die entwöhnt waren, leistete ihr der Dobermann Gesellschaft.
Jetzt befand sie sich in einem „Ein-Hund-Apartment“
und hatte lediglich mich anstelle ihrer Tierfreunde. Aber als es
Zeit wurde, ins Bett zu gehen, schien Ginny ohne weiteres dazu bereit
zu sein, mich als Ersatz für ihre pelzigen Freunde zu akzeptieren.
Von der ersten Nacht an schlief Ginny auf meinem Bett. Sie wurde
zu meinem ständigen Schatten, folgte mir sogar ins Bad und
wartete geduldig, während ich unter der Dusche stand. Sie hielt
sich aber immer von meinem verletzten Arm fern, so als wüßte
sie, daß er immer noch bei jeder Berührung schmerzte.
Am Tag nachdem ich Ginny heimgeholt hatte,
entdeckte ich Blut um ihre Wundstiche. Sheilah und ich brachten
sie zum Tierarzt. Es war der gleiche Tierarzt, der vor ein paar
Tagen für das Tierheim die Sterilisation an Ginny vorgenommen
hatte. Ich befürchtete, daß Ginny sich an die OP erinnern
würde und Angst vor dem Arzt haben würde, vielleicht würde
sie sich aufregen und aggressiv reagieren. Nichts hätte weiter
von der Wahrheit entfernt sein können, als diese Befürchtung.
Sie betrat die Praxis und sagte zu allen freundlich schwanzwedelnd
hallo, jeden in Reichweite ihrer Zunge ableckend. Dies war auch
das erste mal, daß ich beobachten konnte, wie Fremde auf Ginny
reagieren. Sie liebt es, im Mittelpunkt zu stehen und Fremde fühlen
sich augenblicklich genauso zu ihr hingezogen wie sie sich zu ihnen.
Was das Blut an ihrer Wunde anging, so war das nichts Ernstes und
sie bekam vorsorglich ein paar Antibiotika.
Am zweiten Tag trafen wir während
unseres Spazierganges auf einen Mann mit zwei großen Hunden,
einem deutschen Schäferhund und einem Rottweilermischling.
Ich sah sie zielsicher auf mich zu kommen und mir gefror das Blut
in den Adern bei dem Gedanken, daß sie sich auf mich stürzen
würden. Ich ließ Ginnys Leine los, damit sie fortlaufen
konnte. Aber anstatt sich auf mich zu stürzen, rannten die
Hunde auf Ginny zu und sie sauste wie ein Blitz davon. Ich fand
später heraus, daß sie den ganzen Weg nach Hause gerannt
war und daß einer meiner Nachbarn ihr die Haustür geöffnet
hatte, so daß sie in ins Treppenhaus konnte. Aber Ginny wollte
nicht hinein gehen, sah sich dauernd um und winselte leise.
„Sie sah so aus wie jemand, der
etwas vergessen hat, und rannte wieder los wie eine Verrückte.“,
erzählte mir der Nachbar später. Ginny rannte zu mir zurück,
ich war auf halbem Wege zu Hause, als wir aufeinander trafen. Da
ich sie erst weniger als zwei Tage besaß, war ich mir nicht
mal sicher gewesen, ob sie überhaupt wußte, wo sie wohnte.
Aber Ginny war viel klüger als ich mir vorgestellt hatte, sie
hatte bereits eine detaillierte Landkarte unserer Nachbarschaft
in ihrem Gehirn abgespeichert. Ich glaube, sie kam zurück,
um mich zu retten. Wie sich später noch herausstellen sollte,
hatte Ginny keineswegs Angst vor großen Hunden.
Es dauerte eine Zeit, bis Ginny die Mißhandlungen,
die sie bis zu ihrer Rettung erlebt hatte, völlig vergaß.
Sheila und ich holten sie im März aus dem Tierheim und sie
war damals rund ein Jahr alt. Mein eigener Geburtstag ist am 1.
April, also gaben wir Ginny das selbe Geburtsdatum. Sheilah kaufte
an unserem Geburtstag einen Kuchen und wir drei feierten ihren „ersten“
Geburtstag zusammen.
Sheilah schnitt Stücke von dem Kuchen
für uns drei. Ginny schlich sich von der Seite an den Tisch
und „stahl“ ihr Stück, verschlang es an einem Stück
und kauerte dann mit angstvollem Blick in unsere Richtung auf dem
Boden. Wir schlußfolgerten aus diesem Verhalten, daß
sie um zu überleben wahrscheinlich dazu gezwungen gewesen war,
ihr Futter von den Mahlzeiten ihres früheren Besitzers zu stehlen.
Ihre kauernde, angsterfüllte Haltung und der blanke Horror,
der in ihren Augen stand, sagten uns, daß man sie hart dafür
gestraft haben mußte und es machte mich traurig, sie so zu
sehen.
Ich beschloß an diesem Tag, daß
Ginny von nun an nichts anderes mehr erfahren sollte, als Liebe
und einen täglich gefüllten Magen. Ich schwor, ihre früheren
Ängste aus ihrer Erinnerung für immer und ewig auszuradieren.
Obwohl ich sie vom ersten Tag an liebte,
wuchs meine Liebe zu Ginny von Tag zu Tag mehr. Sie war ein wunderbares,
anhängliches und außerordentlich kluges Haustier. Ihren
großen strahlenden Augen entging nichts und sie reagierte
von Anfang an auf meine Stimme und meine Gesten. Sie liebte mich,
ihren „Papa“, und sie verehrte Sheilah, ihre „Mama“.
Außerdem war Ginny ausgesprochen verständig, verständiger
als Hunde es normalerweise sind. Ein gutes Beispiel dafür ist
ihre Umgangsart mit kleinen Kindern.
Wie viele andere Hund auch, so liebt
auch Ginny Kinder über alles und kann gut mit ihnen umgehen,
aber wenn SIE einem Kind begegnet, legt sie sich zuerst auf ihren
Bauch und kriecht aufgeregt schwanzwedelnd auf das Kind zu. Jeder,
der die Hundesprache versteht, weiß, daß ein kriechender
Hund ein eindeutiges Signal gibt, keine Gefahr darstellen zu wollen.
Sie ist die Untergebene und überläßt dem Baby die
dominante Stellung. Ginny sagt also mit ihrem Verhalten: „Hab
keine Angst vor mir!“
Ein halbes Jahr nachdem ich Ginny zu
mir geholt hatte gingen wir spazieren als wir an Vorschulkindern
vorbeikamen, die auf den Schulbus warteten. Es war der erste Schultag
nach den Ferien. Sobald Ginny die Kinder entdeckte legte sie sich
auf den Bauch und legte ihren „Ginny-Kriechgang“ ein.
Ihr Schwanz ruderte wie eine Windmühle. Die aufgeregten Kinder
versammelten sich um sie herum. „Wie heißt er?“
fragten sie mich. „Ginny, und er ist eine sie. Engt sie nicht
zu sehr ein, Kinder.“ Aber die Kinder hörten nicht auf
das, was ich sagte. Alle streckten ihre Hände gleichzeitig
nach Ginny aus, um sie zu streicheln: „Ginny! Ginny!“
Und Ginny liebte es, sie konnte nicht
genug von den Streicheleinheiten bekommen. Wir blieben bis der Bus
hielt und sie war nicht einen Moment ungeduldig mit den Kindern.
Sie saugte die Streicheleinheiten auf wie ein kleiner pelziger Schwamm.
Als die Kinder in den Bus geklettert waren, sah Ginny aus, als habe
sie gerade ihren besten Freund verloren. Seit dem Tag bringt sie
mich jeden Morgen dazu, mit ihr an der Bushaltestelle vorbeizuspazieren,
um ihre morgendliche Streichelstunde mit den Kindern einzulegen.
Ich wußte nicht, wie ich ihr erklären sollte, daß
an Wochenenden und in den Ferien keine Kinder dort sein würden,
und so zeigte sie einen enttäuschten Gesichtsausdruck an jedem
einzelnen Morgen, an dem die Kinder nicht dort waren. Mittlerweile
sind sie in der dritten Klasse und noch immer treffen sie sich mit
Ginny zur üblichen Streichelstunde.
Ginny und ich gehen mehrmals täglich
spazieren, aber auch spät abends gehen wir oft nochmal raus.
Als ich noch auf dem Bau arbeitete, mußte ich wirklich früh
aufstehen, manchmal schon um 4.00 Uhr morgens, um rechtzeitig auf
der Baustelle zu sein. Alte Angewohnheiten legt man nicht so leicht
ab. Ich mag die Einsamkeit der frühen Morgenstunden. Die Straßen
sind dunkel und ruhig zwischen halb vier und vier am Morgen und
in meiner Gegend sind sie friedlich. Manchmal, nicht oft, sehen
wir andere Leute mit ihren Hunden zu so früher Stunde, aber
immer treffen wir auf streunende Katzen, die sich in den Straßen
verstecken, im Müll nach Eßbarem suchen und wo immer
möglich bei schlechtem Wetter Unterschlupf suchen. Freilaufende
Katzen sind Kreaturen der Nacht.
Ich bemerkte schnell, daß Ginny,
sobald sie eine streunende Katze sah, an ihrer Leine zu zerren begann.
Sie wollte näher an die Katze heran, aber ich hielt sie immer
zurück, ihre Leine fest im meiner gesunden Hand. Ich wußte
nicht, was sie vorhatte, aber ich wußte, daß Hunde und
Katzen von Natur aus Feinde sein sollen und ich war absolut nicht
in der körperlichen Verfassung, hinter einem Hund herzuhetzen,
der eine Katze durch die Gassen und Hinterhöfe jagt. Doch eines
Nachts, es war rund 4.00 Uhr morgens, ließ ich aus Versehen
ihre Leine los, als sie winselnd daran zerrte. Sie raste blitzschnell
los und rannte in einem der Hinterhöfe geradewegs auf eine
streunende Katze zu. Bevor ich sie davon abhalten konnte, stand
Ginny Nase an Nase mit dem Streuner und leckte ihn ab, pflegte tatsächlich
das struppige Fell der Katze. Und die Katze, ein ziemlich langhaariges
goldfarbenes Kätzchen, schnurrte und drängte sich an Ginny.
Dies sah ganz und gar nicht aus wie das
Aufeinandertreffen traditioneller Erzfeinde. Diese beiden benahmen
sich wie zwei Kumpel, die sich nach langer Zeit wiedergefunden hatten.
Ich wollte aber dennoch kein Risiko eingehen und nahm Ginnys Leine,
um sie nach Hause zu führen. Ginny war den Rest des Tages ungewöhnlich
ruhelos, winselte und kratze an der Tür, um wieder hinaus zu
gelangen. Mir kam der Gedanke, daß sie vielleicht das Kätzchen
füttern wollte. Ich hatte kein Katzenfutter, aber ich öffnete
eine Dose von Ginnys Hundefutter und wir gingen zurück. Als
ich das Futter abstellte, erschien das Kätzchen wie aus dem
Nichts und futterte, als stünde es kurz vor dem Verhungern,
was zweifellos auch der Fall war. Nachdem es mit dem Fressen fertig
war, rannte es nicht fort, sondern blieb stattdessen, um mit Ginny
zu spielen. Die beiden tobten durch den Hinterhof, jagten sich gegenseitig,
ohne sich je zu fangen. Einmal sprang das Kätzchen sogar auf
Ginnys Rücken und „ritt eine Runde“ auf ihr, sie
schienen beide Spaß daran zu haben.
Auch ich hatte meinen Spaß daran.
Es war der amüsanteste und unterhaltungsreichste Anblick, den
ich je gesehen hatte; mein Hund und dieser kleine Streuner, die
ihren Spaß zusammen hatten. Nachdem ich ihnen ca. eine halbe
Stunde zugesehen hatte, führte ich Ginny wieder heim. In der
nächsten Nacht gingen wir wieder unseren kleinen heimatlosen
Freund besuchen und sie spielten wieder wie alte Kumpels. Ginny
winselte so lange, bis ich auch diesmal wieder eine Dose Hundefutter
spendierte, um ihren neuen Freund zu füttern.
Danach kaufte ich ein paar Dosen Katzenfutter
und nahm es auf unseren nächtlichen Spaziergängen mit.
Ich fütterte den Streuner jede Nacht, nur daß aus unserem
einen Streuner bereits mehrere Streuner geworden waren. Als mehr
und mehr Katzen am nächtlichen Futterplatz auftauchten, war
Ginny offensichtlich glücklich, sie alle zu sehen. Ich fügte
Katzenfutter als festen Bestandteil zu meiner wöchentlichen
Einkaufsliste hinzu und kaufte große Mengen Dosen- und Trockenfutter
für Katzen. Es war erstaunlich, wie schnell das Futter in den
Mägen unserer Freunde verschwand und so kaufte ich immer größere
Mengen, obwohl es ein großes Loch in mein monatliche Budget
riß.
Ginny bekommt ihre erste Katze
Ginny und ich besuchten häufig ihre
früheren Freunde im Tierheim. Weil ich so glücklich mit
ihr war, fühlte ich mich dem Tierheim gegenüber zur Dankbarkeit
verpflichtet. Mir kam sogar der Gedanke, daß ich das Tierheim
über den Tisch gezogen hatte, schließlich hatte ich ihnen
lediglich 10 Dollar in die Hand gedrückt und dafür hatten
sie mir ein Wesen voller Liebe geschenkt, einen guten Freund und
ausgezeichneten Gefährten. Ginny war das Schnäppchen des
Jahrhunderts. Meiner Meinung nach schuldete ich dem Tierheim eine
ganze Menge mehr.
Also kaufte ich alles mögliche an
Katzen- und Hundefutter und nahm Ginny zu Besuchen ins Tierheim
mit. Wir fütterten sämtliche ihrer früheren Freunde
in ihren Käfigen mit allerlei Leckereien. Ginny und Kenny,
der Tierheimangestellte, waren jedesmal glücklich sich zu sehen
und mein kleiner Hund machte seine Runde an den Käfigen entlang
und sagte hallo zu seinen alten Tierheim-Mitbewohnern und den Neuzugängen,
die auf ein neues Zuhause warteten.
Ich war überrascht zu sehen, daß
sie besonders an den Katzen interessiert zu sein schien. Sie verbrachte
viel mehr Zeit an deren Käfigen als sie sich bei den Hunden
aufhielt. Und wir fütterten immer noch streunende Katzen während
unserer nächtlichen Spaziergänge. Nicht ein abend ging
vorüber an dem Ginny mich nicht zu dem Hinterhof führte,
um dort mit ihren Katzenfreunden zu spielen. Sie war augenscheinlich
der geborene Katzenliebhaber.
Etwa einen Monat nach Ginnys Einzug bei
mir, brachte Sheilah das Thema „Haustier für mein Haustier“
auf. „Sie vermißt ihre Jungen. Laß uns zum Tierheim
fahren und einen Freund für sie besorgen.“ Natürlich
meinte Sheilah, die Katzenhasserin, damit einen weiteren Hund.
Es hörte sich nach einer guten Idee
an, und so fuhren wir drei eines Tages im darauffolgenden Frühjahr
ins Tierheim, um für Ginny einen Spielkameraden zu finden.
Aber ich verbrachte nicht viel Zeit an den Hundekäfigen. Da
Ginny Katzen so sehr liebte, hatte ich mich bereits entschlossen,
ihr eine Katze zu schenken. Das Frühjahr ist Kätzchensaison.
Es müssen an die vierzig oder fünfzig niedliche Kätzchen
dort gewesen sein, die auf ihre Adoption warteten. Die Käfige
waren voll mit ihnen, miauend, spielend, nach den Ohren ihrer Geschwisterchen
schlagend, übereinanderrollend, an den Gitterstäben ihrer
Käfige hochkletternd, schlafend – alle waren hinreißend
und alle warteten auf ein liebevolles neues Zuhause.
Ginny rannte erwartungsvoll von Katzenkäfig
zu Katzenkäfig bis sie ein sehr hübsches Kätzchen
fand, schneeweiß mit großen blauen Augen, ungefähr
10 Wochen alt. Das Kätchen war wirklich überwältigend,
sie sah ein bißchen aus wie eine der Katzen, die man auf Valentinskarten
sieht, flauschig und knuddelig. Es war offensichtlich, daß
von der Minute an, in der Ginny das Kätzchen erblickt hatte,
dies ihr Wunschkätzchen war. Sie fing an zu winseln und versuchte,
in den Käfig hineinzuklettern. Ich öffnete die Käfigtür,
nahm das Kätzchen heraus und gab es an Ginny weiter. Sofort
begann sie, das Kätzchen zu putzen und zu lecken, genau wie
eine Katzenmutter es tun würde. Sie leckte gründlich,
nagte sogar das Fell mit ihren Zähnen sauber. Das Kätzchen
liebte es und zeigte ihr Einverständnis durch lautes Schnurren.
Ich adoptierte das weiße Kätzchen
für Ginny und nannte sie Madame. Zwei Tage nachdem ich sie
mit nach Hause genommen hatte, bemerkte ich, daß etwas mit
Madame nicht stimmte. Sie war anhänglich und reagierte, wenn
sie einen direkt ansah, aber wenn ihre Augen geschlossen waren oder
sie mit dem Rücken zu mir stand, zeigte sie keine Reaktion
auf mich oder meine Stimme. Wenn ich ihren Namen sagte, zuckten
ihre Ohren nicht einmal. Und noch auffälliger: Wenn ich in
der Küche eine Dose Katzenfutter öffnete oder mit ihren
Trockenfutter in der Dose rappelte, kam sie nicht angerannt. Entgegen
aller Reden, der elektrische Dosenöffner sei der beste Katzenrufer,
der je erfunden worden ist, machte dieses Geräusch keinerlei
Eindruck auf sie. Das kam mir sehr verdächtig vor und so ging
ich eines Tages hinter ihr her und klatschte laut in die Hände.
Madame bewegte weder ihre Ohren noch drehte sie den Kopf in Richtung
des Geräusches. Sie zuckte nicht mal, sie war stocktaub! Ich
fand später heraus, daß es ein Gen für Taubheit
in weißen Katzen mit blauen Augen gibt. Dieses Gen sorgt auch
für die bei rein weißen Katzen häufig vorkommenden
zweifarbigen Augen, indem die Natur eines der beiden Augen nicht
blau, sondern gelb oder grün färbt, versucht sie das Tier
vor dem Taubheitsgen zu schützen. Normalerweise zeigt sich
die Taubheit bei männlichen Katzen, aber in unserem Fall war
es Madame, die taub geboren worden war.
Zu der Taubheit in weißen Katzen
kommt es folgendermaßen: Das Gehör einer Katze hängt
von einer Struktur namens Cochlea im Innenohr ab, die bei einer
hörenden Katze eine spezielle Flüssigkeit absondert. Diese
Flüssigkeit wird vom Corti-Organ benutzt, um Vibrationen und
Radiowellen zum Gehirn weiterzuleiten, wo sie in Geräusche
umgewandelt werden. Bei einer weißen, blauäugigen Katze
wie Madame, kann es passieren, daß die Flüssigkeit kurz
nach der Geburt austrocknet und nicht wieder erzeugt wird. Das Corti-Organ
bildet sich zurück und Geräuschvibrationen können
nicht zum Gehirn der Katze weitergeleitet werden. Der gesamte Geräusch-Weiterleitungs-Mechanismus
ist zusammengebrochen, die Behinderung dauerhaft und unheilbar.
Von all den zur Verfügung stehenden
Kätzchen im Tierheim hatte Ginny die eine herausgepickt, die
behindert ist, um sie zu retten und zu lieben. Ich hatte damals
keine Ahnung, daß Ginnys lebenslanges Verhaltensmuster sich
bereits zu zeigen begann.
Ich erfreute mich daran zu beobachten,
wie Ginny Madame von einem Kätzchen zu einer ausgewachsenen
Katze aufzog. Sie benahm sich genau wie eine Katzenmutter, schlief
nicht mehr in meinem Bett, sondern wickelte sich um das Kätzchen,
das sich vertrauensvoll gegen ihre Bauchseite drückte, laut
schnurrend und mit den Pfoten die Luft tretend. Ich besorgte einen
Karton und legte einen alten Pullover von mir darin aus, um es für
sie warm und bequem zu machen und die beiden nutzen ihn dankbar
als ihr Bett. Mehrmals täglich pflegte Ginny Madames Fell ordentlich
und sanft mit ihrer Zunge und den Zähnen und überwachte
das Kätzchen, während es fraß. Sie ließ Madame
niemals aus den Augen.
Ich könnte schwören, daß
Ginny wußte, daß Madame taub war. Sie ging niemals von
hinten auf das Kätzchen zu, sondern umrundete sie und kam von
vorne auf sie zu, so daß Madame sie sehen konnte. Sie bellte
Madame auch nie an, es war, als ob sie wußte, daß Madame
sie ohnehin nicht würde hören können.
Aber das witzigste war, wie Ginny es
schaffte, Madame da hin zu bewegen, wo sie sie haben wollte. Zuerst,
als sie noch ganz klein war, trug Ginny sie in ihrem Maul von Ort
zu Ort. Sie hielt Madame sanft zwischen den Zähnen am Nackenfell
und das Kätzchen baumelte, Pfoten in der Luft, Augen fest zugekniffen
und der kleine Schwanz um ihr Hinterteil gerollt, zwischen den Zähnen
ihrer Ersatzmutter. Sie schien es zu mögen, so von Ginny getragen
zu werden, denn sie schnurrte so laut, daß man es im anderen
Raum noch hören konnte.
Nach ein paar Monaten war Madame zu groß
und schwer geworden um von Ginny auf diese Weise noch getragen zu
werden. Also ging Ginny dazu über, Madame wie ein Hockeyspieler
den Puck über den Boden zu schieben. Die Katze erlaubte Ginny
mit geschlossenen Augen, sie zu schubsen, so als ob sie das ganze
als Spiel betrachte. Ginny behielt dies bei bis Madame voll ausgewachsen
war. Es war ein wirklich lustiger Anblick, die weiße Katze
mit geschlossenen Augen vor der Hundenase über den Boden herrutschen
zu sehen.
Im Alter von 3 Monaten hatte Madame gelernt,
ihre Taubheit mit ihren anderen verbliebenen Sinnen auszugleichen.
Auf ihre einzigartige Art und Weise gab die Natur der kleinen Katze
als Ersatz für den fehlenden Hörsinn besonders ausgeprägte
Sinnesorgane. Ihre Sehfähigkeit ist spektakulär, sogar
für eine Katze und sie besitzt einen so gut ausgeprägtenGeruchssinn,
daß ich schwören könnte, daß sie das Futter
durch die ungeöffnete Dose hindurch riechen kann. Wenn ich
Ginnys Lieblingsfutter kaufe, was ich nur an besonderen Tagen als
kleines Extra tue, dann sitzt Madame bereits an der Haustür
und wartet auf mich. An normalen Tagen kommt mir diese Ehre nicht
zuteil. Sie muß die Fähigkeit besitzen, ihr Lieblingsfutter
durch die Dose, die Einkaufstüte und über den Weg zum
Supermarkt hinweg zu riechen!
Mit der Zeit lernte Madame auch, mit
ihrem Körper zu „hören“. Obwohl sie niemals
Stimmen zu erkennen gelernt hat, weiß sie, wenn jemand auf
sie zugeht, weil sie das Beben des Bodens spürt. Und, vielleicht
weil sie in einer Welt der absoluten Stille lebt, sie ist zwar eine
friedliche und überhaupt nicht aggressive Katze, lieb und anhänglich
aber sie bewegt sich nicht wirklich „auf leisen Pfoten“.
Als sie noch jung war, war sie der blanke Terror. Nicht für
Menschen, aber für meine Möbel und anderen Besitztümer.
Madame schwang durch die Wohnung wie Tarzen, sprang von Vorhang
zu Vorhang, zerfetzte sie mit ihren Krallen. Sie war der Tod auf
Pfoten für Porzellan, Lampen und den guten alten Videorecorder,
den sie durch einen Sprung aus der Höhe von zweieinhalb Metern
vom Tisch warf und ihn das Leben kostete.
Außerdem liebte sie es, einfach
zu verschwinden. Das war ihr bevorzugter Zeitvertreib. Einer ihrer
besten Tricks war es, ein kleines Loch in den Polsterbezug meines
Sofas zu bohren bis es groß genug für sie war, daß
sie hineinklettern konnte. Und dort versteckte sie sich dann, im
Sofaboden hängend, wie vom Erdboden verschluckt, unauffindbar,
so als läge sie in ihrer ganz privaten Hängematte. Ein
anderes Mal verschwand sie vom Angesicht der Erde für mehr
als zwei Stunden. Ich suchte überall nach ihr, ohne Erfolg.
Und sie konnte mein Rufen ja nicht hören, nicht daß es
einen Unterschied gemacht hätte, wenn sie es gekonnt hätte.
Wenn eine Katze sich verstecken will, dann kann sie sich dazu entschließen,
taub zu sein, auch wenn sie nicht taub geboren wurde. Ich war am
Ende meiner Weisheit angelangt. Ich konnte mich nicht erinnern,
ob ich vielleicht die Haustür kurz offengelassen hatte. Wenn
sie hinausgelangt war, wäre sie mit erheblichen Nachteilen
gegenüber hörenden Katzen in der Welt konfrontiert. Eine
taube Katze darf nicht über die Straßen wandern, denn
sie hat keine natürlichen Verteidigungsmittel gegen die möglichen
Gefahren wie schnelle Autos oder Hunde, die sich nicht in ihrem
Sichtfeld aufhalten. Autos sind statistisch gesehen der größte
Katzenmörder der Nation.
Ginny kam ins Zimmer und ich sagte zu
ihr, sie solle Madame suchen, ohne zu wissen, ob das etwas bringen
würde. Ginny verstand wie immer jedes Wort und ging schnurstracks
auf den kleinen Beistelltisch neben dem Sofa zu. Darauf stand eine
Lampe mit einem Loch im Lampenfuß, da Madame sie einmal umgeworfen
hatte und den Fuß dabei zerbrochen hatte. Da ich mir keine
neue Lampe leisten konnte, hatte ich sie mit dem Loch in Richtung
Wand wieder aufgestellt. Ginny richtete sich auf und tippte zweimal
mit der Pfote gegen die Lampe. Sofort kam Madame aus dem Loch in
der Lampe gekrabbelt. Sie hatte sich im Inneren des Lampenfußes
zusammengerollt und die unter dem Lampenschirm herrschende Hitze
der brennenden Glühlampe genossen. Die Vibrationen von Ginnys
Pfote, als sie gegen die Lampe tippte, hatte sie aufgeweckt und
hinausgelockt.
Madame und Ginny haben noch immer eine
sehr enge Beziehung. Ginny verteidigt Madame wenn eine der anderen
Katzen versucht, sie zu ärgern und Madame kuschelt sich von
Zeit zu Zeit noch immer an Ginny, so als ob sie darum bäte,
geleckt zu werden. Ginny ist natürlich jederzeit für eine
Fellpflegestunde bereit und knabbert und leckt Madames Fell mit
Hingabe.
Vogue und Revlon
Nicht lange, nachdem wir Madame adoptiert
hatten, Sheilah, Ginny und ich machten gerade einen Nachmittagsspaziergang,
fing Ginny an laut zu bellen und an ihrer Leine zu zerren. Ich ließ
zu, daß sie mich dahin führte, wo sie offenbar so dringend
hinwollte. Als wir um die Ecke bogen, sahen wir ein paar Erwachsene,
die gnadenlos eine streunende Katze traten. Sie benutzten diese
arme Kreatur tatsächlich als Fußball. Ginny wurde sehr
zornig und fing an, sich die Lunge aus dem Leib zu bellen, etwas,
was sie nur sehr selten tut.
Ich bemerkte, daß sie mich regelrecht
in die Situation hineingezerrt hatte, damit ich eingreifen konnte.
Ich konnte solche Grausamkeit gegenüber einem hilflosen Tier
natürlich nicht einfach zulassen, und so packte ich die Katze
und holte sie aus ihrer Misere heraus. Sheilah fuhr sie zum Tierarzt,
der sie wieder zusammenflickte, ihr ein paar Spritzen verpaßte
und sie kastrierte. Ich dachte, wir könnten ein liebevolles
Zuhause für sie finden. Der Tierarzt sagte, daß sie ungefähr
sieben oder acht Jahre alt war. Das ist ein ziemlich hohes Alter
für eine Straßenkatze und so war die Möglichkeit
groß, daß sie einmal eine Hauskatze gewesen war oder
vielleicht eine Ladenkatze, die durch unglückliche Umstände
heimatlos geworden war.
Aber als ich sie nach Hause brachte,
stellte sich schon bald heraus, daß sie für immer bei
uns bleiben würde und wir sie nicht mehr abgeben würden.
Wir nannten sie Vogue und sie ist Ginnys zweite Katze. Am Anfang
war Vogue allem und jedem gegenüber mißtrauisch und man
konnte ihr keinen Vorwurf dafür machen, daß sie regelrecht
paranoid reagierte, nach allem, was sie durchgemacht hatte. Sie
kauerte in einer Ecke meines Apartments und wollte nicht mal zum
Fressen rauskommen. Sie schien niemanden von uns zu mögen,
denn sie machte keinerlei Unterschied zwischen mir, Ginny oder Madame
und fauchte, sobald sich einer von uns zu nähern versuchte.
Aber Ginny gab nicht auf. Sie behielt
die ihr eigene Art bei, wie sie Katzen und hilfsbedürftigen
Wesen entgegen tritt, blieb leise und unaufdringlich in Vogue’s
Nähe und wann immer die Katze es sich gefallen ließ,
leckte sie ihr das Fell ab. Noch bevor die Woche um war, war Vogue
davon überzeugt worden, daß sie sich an einem sicheren
Ort befand und kam langsam aber sicher aus ihrer Ecke herausgekrochen.
Das merkwürdige war, daß obwohl es eigentlich danach
aussah, als ob Ginny Vogues Ersatzmutter werden sollte, es sich
genau andersherum entwickelte. Ginny wurde Vogues Ziehkind, die
Katze überprüfte ständig, ob Ginny in Ordnung war,
leckte sie ab und pflegte ihr Fell und hielt die Pfote über
sie, wie eine Katzenmutter es mit ihrem Jungen gemacht hätte.
Eines nachts wurde ich von einem Gewicht
auf meiner Brust geweckt. Als ich meine Augen öffnete, sah
ich Vogue, die es sich auf meiner Brust gemütlich machte. Von
da an wurde sie zu einem vollwertigen Mitglied unserer Familie und
bekam einen besonderen Platz in meinem Herzen, sie schlief an mich
gekuschelt in meinem Bett unter der Decke bis zu dem Tag, an dem
sie drei Jahre später an Krebs verstarb. Ich vermisse sie heute
noch.
Ich kam schnell zu dem Schluß,
daß Vogue in ihrem bisherigen Leben eine Bürokatze gewesen
sein mußte, denn sie liebte es mit Büromaterial und Tasten
zu spielen. Besonders Tasten aller Form und Farbe hatten es ihr
angetan. Sie war fasziniert von den Tasten auf dem Telefon und sie
spielte ständig mit ihnen. Einmal hat sie sogar ein Ferngespräch
geführt. Sie muß wohl den Telefonhörer von der Gabel
gestoßen haben als sie ihren Kopf gegen den Hörer rieb,
was ich schon öfter beobachtet hatte, und zur gleichen Zeit
hatte sie auf die Kurzwahltaste gedrückt, auf der die Nummer
meines Bruders Jose in Miami gespeichert war. Als Jose ans Telefon
ging, konnte er miauen und schnurren, aber keine menschliche Stimme
hören. Er dachte sich, daß dieser Anruf nur von meinem
Apparat kommen konnte und wir lachten später gemeinsam über
diese Anekdote. Ich hielt jedoch von da an ein wachsames Auge auf
meine Telefonrechnung, denn ich wollte schließlich nicht,
daß Vogue eines Tages mit Belgien, Angola, Taipeh oder Neuseeland
telefonierte, oder sich gar eine Pizza bestellte.
Etwa zwei Wochen nach Vogues Einzug machten
wir wieder einen unserer üblichen Besuche im Tierheim um Kenny
hallo zu sagen und die Tiere mit Leckereien zu verwöhnen. Ginny
rannte auf einen der Katzenkäfige zu und begann mit ihrem zunehmend
vertrauteren Winseln, das zu sagen schien: „Bitte, bitte bitte,
gib mir das Kätzchen!“
Ich schaute in den Käfig und sah
eine wirklich heruntergekommene und schmutzige rote Katze. Ich hatte
sie vorher bereits bemerkt, aber sie hatte immer mit dem Gesicht
zur Wand gelegen, so daß ich sie nie wirklich hatte sehen
konnte. Aber als Ginny vor dem Käfig nicht aufhörte zu
winseln, drehte sich das Tier schließlich doch um. Es war
ein Weibchen und eines ihrer Augen sah völlig verwüstet
aus. Sie war offensichtlich mißhandelt worden, bevor man sie
im Tierheim abgegeben hatte.
„Komm schon, Ginny“, sagte
ich, „Wir haben schon zwei Katzen zu Hause. Zwei reichen,
also komm bitte weiter.“ Aber Ginny kam nicht weiter, sie
winselte einfach und versuchte mit allen Mitteln, an die Katze heranzukommen.
Natürlich mußte ich nachgeben. Ich konnte meinem Hund
nichts abschlagen, nicht einmal eine weitere Katze mit einem verletzten
Auge. Also adoptierte ich die Katze vom Tierheim. Ginny konnte es
kaum erwarten, die Katze, die schmutzig und einfach nur furchtbar
elend aussah, endlich zu putzen. Sheilah und ich brachten sie zum
Tierarzt, sie war ca. fünf Monate alt und in sehr schlechter
Verfassung. Das kranke Auge war geschwollen und Flüssigkeit
sickerte heraus. „Das Auge kann nicht gerettet werden.“
Sagte der Tierarzt. „Ich werde es herausoperieren müssen,
sonst wird sich die Entzündung auf das Gehirn ausweiten und
sie umbringen. Ich kann sie aber auch sofort einschläfern,
wenn Ihnen das lieber ist.“
Natürlich war mir das nicht lieber.
Ginny würde mir niemals vergeben. Ich stimmte der Operation
am Auge zu und sobald das Auge genügend verheilt sein würde,
würde das Kätzchen zu uns kommen. Ich wußte, daß
auch sie bei uns leben würde. Das war es schließlich,
was Ginny wollte. Weil die Katze so rot wie Lippenstift war, nannte
ich sie Revlon. Ginny hatte nun also noch eine dritte Katze, wieder
ein geretteter Streuner und wieder eine behinderte Katze. Doch nur
ein Auge zum Sehen zu haben, schien Revlon keineswegs davon abzuhalten,
ein wildes, verspieltes und aufgewecktes Kätzchen zu werden,
nachdem sie einmal gesund geworden war.
Später, als immer mehr Katzen im
Ginny/Gonzalez-Haushalt aufgenommen wurden, zeigte Revlon uns deutlich,
daß sie für Kater überhaupt nichts übrig hatte,
obwohl alle meine Katzen und Kater natürlich immer kastriert
wurden. „Männer, nein Danke“ war ihr Motto. Sie
zankte die Kater Cäsar, Solomon und Napoleon, lockte sie mit
flirtenden Blicken heran, nur um ihnen dann, sobald sie in die Nähe
ihrer wehrhaften Pfoten kamen, rechts und links ein paar Schläge
ins Gesicht zu verpassen. Merkwürdigerweise schienen die Jungs
sich nichts daraus zu machen, Schläge einzustecken und so fielen
die leichtgläubigen liebeskranken Kater immer wieder auf die
verführerischen Tricks der Rothaarigen herein.
***
So war es also gekommen, daß
ich einen Hund adoptiert hatte und der Hund drei Katzen adoptierte.
Eine der Katze war grausam mißhandelt worden und die beiden
anderen waren körperlich behindert. Aber das spielte für
keinen von uns eine Rolle, Ginny liebte sie wie sie waren. Und ich
entdeckte, daß ich Katzen gegenüber meine Gleichgültigkeit
verloren hatte. Sie fingen an, sich ihren Weg in mein Herz zu schnurren
und sie gehörten nun alle genauso zu mir wie zu Ginny.
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 |
| Philip Gonzalez mit Ginny und Madame
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